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Auf Verbrecherjagd am Hellweg

02.02.2016 | 09:00 Uhr
Auf Verbrecherjagd am Hellweg
Nach drei Romanen mit Rüdiger Schneider ist nun der erste Krimi aus alleiniger Feder von Rainer Küster auf dem Markt. Prompt hat er reihenweise Wattenscheider Bezüge in die Geschichte einfließen lassen.Foto: Gero Helm

Wattenscheid.   Dr. Rainer Küster legt mit „Schuldenspiele“ seinen vierten Kriminalroman vor. Kommissar Rogalla wohnt und ermittelt in Höntrop.

Erich Rogalla trinkt sein Feierabendbierchen nur zu gerne im „Toffte“. Auf die Idee, in der Kneipe am Wattenscheider Hellweg Fußball zu gucken, käme der Kommissar aber wohl nicht. Dafür scheint er fast zu konservativ, setzt indes auf die Konferenzschaltung im Radio. Das läuft, wenn’s die Zeit erlaubt, zu Hause an der Emilstraße.

In seinen vierten Kriminalroman „Schuldenspiele“ hat Dr. Rainer Küster ordentlich Wattenscheider – oder vielmehr Höntroper – Lokalkolorit verpackt. Nicht nur Kommissar Rogalla lebt im Ortsteil, auch ein gewichtiger Part der Erzählung führt zum Wattenscheider Hellweg. Im dortigen fiktiven Fitnessstudio gegenüber der Kirche St. Maria Magdalena fließt der Schweiß und auch ein Handlungsstrang zum anderen – bis zum großen Knall.

Der Partner ist weg

Küster kennt die Ecke. „Mein Sohn hat an der Emilstraße gewohnt, früher beim SV Höntrop Fußball gespielt“, schildert der Autor. Seine Bücher leben von seinem Erzähltalent, von den teils schrulligen Figuren, aber auch von der Gabe, Szenerien festzuhalten und wiederzugeben. „Ich bin dazu oft mit dem Fotoapparat unterwegs, kann also beim Schreiben auf die Örtlichkeiten auch bildlich zurückgreifen.“

Die sorgfältige Recherche, eines Kommissars würdig, gehört daher ebenso zu den Stärken nicht nur dieses Romans. Wer einmal hinter die Kulissen des Polizeipräsidiums oder des Schauspielhauses blicken möchte, dem sei das Werk unbedingt empfohlen. Doch bleibt das Leservergnügen nicht ausschließlich auf Seiten der Lokalpatrioten. Krimi-Fans können sich an zahlreichen Irrungen und Wirrungen erfreuen, bevor Kommissar Rogalla den Fall zu lösen weiß.

Sein Partner ist ihm dabei abhanden gekommen. Küster schreibt diesen Roman erstmals ohne Dr. Rüdiger Schneider. Beide haben zusammen bis dato die Vorgänger „Der Kreis des Kopernikus“, „Drachentod“ und „Wolfszorn“ veröffentlicht. Vor vier Jahren ist Schneider jedoch abgetaucht, für Küster unauffindbar. Er verarbeitet das ein Stück weit im Charakter von Kommissar Brenner, der nach Düsseldorf versetzt wurde und sich bloß noch sporadisch beim bodenständigen Rogalla meldet. „Das Schreiben allein hat mir durchaus Spaß gemacht. In allen Figuren steckt diesmal Küster.“ Wer dann liest, wie der „Dichter“ Arndt über sein Publikum denkt, sollte sich in Küster hineinversetzen können.

Zum Fall „Schuldenspiele“: Ein Schauspieler aus der Schweiz, ein Weltstar, spielt in Bochum Theater. Als er verschwindet, und zudem eine Person an der Zeche Hannover tot aufgefunden wird, die offenkundig zu Lebzeiten mit dem Schauspieler zu tun hatte, muss Rogalla ran; und das Bierchen im „Toffte“ warten...

Christopher Becker

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2016-02-02 09:00
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