Auf den Spuren von Archimedes
10.12.2010 | 14:56 Uhr 2010-12-10T14:56:00+0100Wattenscheid.Wir wollen im Uhrzeigersinn um Sizilien. Taormina soll man sich wohl anschauen.
Die Stadt ist traumhaft schön. Blumendekoriert sind Häuser und Gassen. Gemütliche Ecken mit Cafés, große, schön gepflasterte Plätze und Geschäfte voll mit Spezialitäten, alles bunt und lebendig.
In Santa Maria della Scalla übernachten wir auf dem Campingplatz La Timpa. Dort kommt man mit dem Aufzug zum Strand. Wir schließen den Tag ab mit einem Besuch des Städtchens, wo gerade alles auf den Beinen beim Corso ist. Die Gassen sind ins bernsteinfarbene Licht der Gaslaternen getaucht.
Ätna – nur Abzocke
In Catania kämpfen wir uns durch den dichten Verkehr. Da es langsam geht und es eh keinen Parkplatz gibt, haben wir von unserem hohen Sitz gute Ausblicke auf das Geschehen. Dann ist mal wieder Espresso-Pause. Auf der Terrasse einer Bar an der Landstraße gesellen sich Lupo (Wolfgang) und zwei Italiener zu uns. Sie wollen uns Tipps geben, zum Beispiel lohne sich der Ätna gar nicht, sei nur Abzocke, aber Siracusa müsse man sehen. Lupo führt uns zum alten Syrakus der Griechen. Wir schlendern an der Meerseite der ehemaligen Insel Ortigia entlang, auf der die Griechen im Altertum eine riesige Kolonie hatten. Einer ihrer Großen, Archimedes, lebte, lehrte und forschte hier. 212 vor Christus soll er sich bei der Eroberung seiner Vaterstadt mit den Worten „Störe meine Kreise nicht“ an einen durch seine Skizzen im Sande marschierenden römischen Soldaten gewandt haben und erschlagen worden sein.
Am Abend kommen wir zum Campingplatz Paradiso della Mare. Über eine 25-prozentige Steigung erreichen wir unseren Stellplatz über dem Meer. Wir haben leckeres Essen und merken erst am nächsten Morgen, dass wir Blumenkohl und Kartoffeln mit Meerwasser gekocht haben, das dort aus der Leitung kam. Ich sag noch: „Hast Du aber lecker gewürzt.“
In Noto kommen wir in eine gänzlich andere Stadt. Es ist, als säße man auf einer Theaterbühne mitten im barocken Treiben. Diese Stadt wurde 1693, nachdem das alte Noto durch ein Erdbeben zerstört worden war, gebaut.
Der Westfalia Berlin von Hermann Hülder und Angela Feller trug seine Besitzer in über 30 europäische Länder. Das Ehepaar, das zum Kreis der Wattenscheider Käferfreunde gehört, erlebte manches Abenteuer mit seinem vierrädrigen Freund. Rund 250 000 Kilometer hat der automatikgetriebene Luftgekühlte bereits auf dem Buckel. Im Rahmen einer Serie nimmt der Bulli unsere Leser mit auf die Reise und lässt seine Besitzer berichten. Hermann Hülder hat beeindruckt, dass sein rüstiger Oldtimer über Sprachgrenzen hinweg Brücken zu Menschen in fremden Ländern gebaut hat.
Über Bergstraßen geht es bei Blitz und Donner nach Modica, der man auch im Regen ihre Schönheit ansieht. Wir übernachten auf dem Campingplatz Due Rocche, fahren von dort bei Agrigento ins Tal der Tempel und weiter nach Sciacca, einer Stadt am Hang mit Treppen und steilen Gassen, malerischen Ecken. Vor der Stadt auf dem Feld steht ein Bulli aus der Serie wie unser auf Felgen, zum Teil ausgeschlachtet. Aber rechte und linke Schiebetür wären noch gut zu gebrauchen.
Schnee in der Sonne
In Marsala soll es laut Reiseführer einen Campingplatz geben, doch können wir den nicht finden. Eine Frau gibt uns den Tipp „La Siesta“, ein Wohnmobilstellplatz. Wir checken ein, kaufen von dem dort angebotenen Wein und haben dann einen schönen Abend vor unserem Bulli.
Am Morgen fahren wir auf einer kleinen Straße entlang einer Saline. Bauern gewinnen durch Verdunsten des Meerwassers Salz. Dieses wird zu Hügeln geworfen und liegt wie Schnee in der Sonne.
Wir nehmen ausnahmsweise die Autobahn nach Palermo. Im Vorort Sferra Cavallo finden wir einen schönen Platz zum Übernachten. Es ist noch früh. Wir fahren mit dem Bus in die große Stadt. In den schmalen Straßen ist Markt. Vom bunten Gemüse und Obst biegen sich die Auslagen. Über den Ständen sind bunte Tücher gespannt, die der ganzen Szenerie etwas Gemütliches geben. Wir kaufen Brot und Käse, das wir später an der Kathedrale verzehren. Ein Fernglas und schöne Lampen erinnern uns heute noch an den Besuch der Stadt. Mit Mezzoforno besuchen wir den schönsten Strand der Nordküste. Später sehen wir mit Cefalú die vielleicht schönste der sizilianischen Städte. Bei der Überfahrt aufs Festland ist uns, als führen wir in ein anderes Land.
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