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Arbeiten, wenn andere feiern

07.09.2011 | 17:32 Uhr
Arbeiten, wenn andere feiern
Koch Bastian Tewes führt den Brauhof. Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool.

Wattenscheid.Wer sich in der heutigen Zeit selbstständig macht, muss schon eine gehörige Portion Mut mitbringen. Wenn diese Selbstständigkeit dann auch noch in den Bereich der Gastronomie fällt, sollte des Weiteren viel Ausdauer zu den eigenen Stärken gehören. Der Wattenscheider Bastian Tewes verbindet beides: „Schon als Kind habe ich mir eigene Geschäftsräume aus Brettern gebaut. Im Laufe der Zeit habe ich dann immer mehr den Wunsch verspürt, Koch zu werden. Diese Träume konnte ich mir erfüllen“, schildert der 25-Jährige den langen und erfolgreichen Anlauf zum eigenen Restaurant.

Dabei hat Tewes den Beruf zunächst von der Pike auf gelernt. Mit 16 Jahren hat er seinen Realschulabschluss an der Maria Sibylla Merian-Gesamtschule gemacht, danach wollte er gastronomisch sofort hoch hinaus. „Das Renaissance-Hotel gehört auch kulinarisch in Bochum zu den besten Adressen. Das wusste ich natürlich und habe mich dort einfach einmal um einen Ausbildungsplatz beworben.“ Und ist genommen worden, worüber sich der Jungkoch bis heute freut: „Ich hatte mit meinem Ausbildungsbetrieb wirklich Glück. Die Arbeit war qualitativ sehr gut und hoch, und das Klima untereinander war absolut super.“ Vor allem konnte er dort jedoch Einiges lernen, sein Wunsch vom eigenen Restaurant rückte immer näher. Dazu musste der angehende Maître de Cuisine auch Abstriche in Kauf nehmen: „Es ist nun einmal so: Als Koch arbeite ich, wenn andere feiern. Aber man ordnet diese Unannehmlichkeit dem großen Ziel einfach unter.“

So ging sein Weg immer weiter: Nach einer Zwischenstation in einem Hotel am Düsseldorfer Flughafen eröffnete Bastian Tewes zuerst ein kleines Restaurant in Weitmar, bis sich die Chance bot, die Gastronomie „Zum Brauhof“ in Wattenscheids City zu übernehmen. „Die Räume kenne ich noch aus meiner Kindheit. Da ich mich vergrößern wollte, musste ich zugreifen.“ Sagte es und ließ Taten folgen.

Als Familienbetrieb mit Hilfe der Eltern und weiteren Angehörigen am 15. März gestartet, will Bastian Tewes mit dem „Brauhof“ eine beliebte Anlaufstelle in der Innenstadt bieten. Mediterrane und deutsche Gerichte gehören zu seinen Steckenpferden, vor allem der nötige „Pfiff“ gehört für den Nachwuchs-Wirt zur Kunst in der Küche: „Als Koch muss man ideenreich sein und Fantasie haben. Dazu gehört auch das Zusammenspiel von Farben. Schließlich isst das Auge mit.“

Christopher Becker

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