Apfel fällt nicht weit vom Stamm und Karneval hat Schick
23.10.2009 | 20:00 Uhr 2009-10-23T20:00:00+0200
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, und der Wattenscheider Karneval hat seit vielen Jahren Schick!
Das neue Stadtprinzenpaar belegt beide Behauptungen qua persona: Kathrin II. (Schick) und Andreas I. (Appelbaum) führen das Narrenvolk durch die kommenden zwei Jahre.
Die dem Festausschuss des Wattenscheider Karnevals (FWK) angeschlossenen Vereine hatten am Freitagabend im großen Sitzungssaal des Rathauses leichte Wahl mit den neuen Regenten. Denn:
Sie ist die Tochter eines Ex-Stadtprinzen, des Vorsitzenden und Sitzungspräsidenten der Günnigfelder Karnevalsgesellschaft (GüKaGe), Wolfgang Schick.
Er ist der Neffe des zweifachen Königs und Ersten Rittmeisters der Sevinghauser Gänsereiter, Hermann Appelbaum.
,Blaues Blut' und blutjung
Karnevalistisch betrachtet sind die neuen Tollitäten folglich von blauem Blut; und sie sind mit Blick auf die Ahnengalerie der Stadtprinzenpaare blutjung – denn beide zählen jeweils 28 Lenze.
Auf die Frage, ob sie denn als Prinzessin nicht den langen Schatten ihres Vaters fürchte, sagte Kathrin II.: „Nein, überhaupt nicht. Denn jeder hat seine eigene Persönlichkeit, die von uns gegenseitig akzeptiert wird.”
Kathrin und Andreas kennen sich seit Jugendtagen
Nicht nur mit Blick auf ihre närrischen Wurzeln, auch beruflich betrachtet, bilden die beiden Regenten ein harmonisches Paar:
Er verdient seine Brötchen als unabhängiger Finanzdienstleister.
Sie ist als Kauffrau in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft tätig.
Nur in einem Punkt tanzt der Stadtprinz im Vergleich zu seiner Lieblichkeit aus der Reihe: Andreas Appelbaum frönt nämlich nicht nur dem Karneval durch seine aktive Mitgliedschaft bei der GüKaGe und den Sevinghauser Gänsereitern, sondern auch dem Schützenwesen. Seit seiner Geburt ist er Mitglied im Alten Schützenverein Westenfeld 1788, in dem sein Vater Paul Anfang der 80er Schützenkönig geworden war, und seine zielsichere Mutter, Gerlinde, sich gleich zweimal krönen lassen konnte.
Zielsicher wie Wilhelm Tell
So kann Andreas I. die Frage, ob er einen Apfel vom Kopf seiner Prinzessin schießen könnte, ohne ihr dabei ein Haar zu krümmen, spontan mit einem „Ja” beantworten. „Ich war nicht ohne Grund Kinderschützenkönig.”
Nach ihrer Wahl gaben Kathrin und Andreas, die sich seit der Jugend kennen, das Motto ihrer Regentschaft bekannt. „Immer gut d'rauf mit Wattsche Helau und Glückauf”. Zu Adjutanten bestimmten sie Michael Kolarczik und Willi Spiekermann (beide GüKaGe). Prinzenhauptquartier ist das „Alte Höntroper Brauhaus” am Hellweg.
Frei nach Martin Luther
Die Sorgen um die künftige Finanzierung des Wattenscheider Karnevals und des Stadtumzugs traten bei der gestrigen Prinzenwahl in den Schatten. Andreas I. versprach: „Der Zuch kütt, koste es, was es wolle.”
Und ein Narr, der auch außerhalb der fünften Jahreszeit im Rathaus das Zepter schwingt, meinte in freier Anlehnung an Martin Luther: „Und wenn wir wüssten, dass morgen die Welt unterginge, so würden wir doch heute noch das Appelbäumchen wählen.”
00:38
Recht so.