Anwohner-Protest gegen Autohof

Anwohnerversammlung gegen die Autohof-Pläne.
Anwohnerversammlung gegen die Autohof-Pläne.
Foto: privat

Wattenscheid/Bochum..  Die Pläne, einen Autohof in Westkreuz-Nähe zu bauen, sorgen für Protest: Mehr als 90 Anwohner der Siedlung Carolinenglück, der Hansa-, der Elbinger- und der Hammer Straße haben nun gemeinsam besprochen, wie sie gegen den an der Hansastraße und Wattenscheider Straße geplanten Autohof vorgehen wollen. Die gut zweistündige Diskussion auf einem Gartengrundstück an der Johannisburger Straße mündete in der einstimmigen Verabschiedung einer Protestnote und Gründung einer Anwohner-Initiative.

„Wir befürchten, dass der Autohof mit geplanten 60 bis 70 Lkw- und 40 Pkw-Parkplätzen, sowie einer Kombination aus Tankstelle und Gaststätte im 24 Stundenbetrieb direkt an der ehemaligen Bergarbeitersiedlung ,Carolinen-glück’ zu einer unzumutbaren Licht-, Lärm- und Feinstaubbelastung führt“, erläutert Rainer Fregonese, der zusammen mit Norbert Philipp auf der Versammlung zum Anwohnersprecher gewählt wurde.

Zudem hätten die Anwohner Angst vor einer weiter zunehmenden Kriminalität in einem bereits jetzt von Wohnungseinbrüchen gekennzeichneten Gebiet, und vor Prostitution im Umfeld. Die Bezirksvertretung Mitte hatte grünes Licht für den Autohof gegeben.

Noch im Dezember 2012 lehnte diese Bezirksvertretung die Errichtung eines Autohofs westlich der Hansastraße wegen der unzumutbaren Belastung der Anwohner ab. „Jetzt war der Beschluss der Politiker einstimmig, für den Bau eines Autohofs, diesmal östlich der Hansastraße, gerade mal 100 Meter vom ursprünglichen Bauplatz entfernt“, so Rainer Fregonese.

Unterschriften gesammelt

„Ein Autohof in Siedlungsnähe führt zu einer drastischen Verminderung der Wohnqualität und zu einer nicht hinzunehmenden Gefährdung der Anwohner, dabei ist auch zu betrachten, dass beispielsweise die in Sichtweite liegenden Betriebe auf dem ThyssenKrupp-Gelände samt Schienengüterverkehr, sowie der Verkehrslärm des neu errichteten Westkreuzes schon zu erheblichen, über den Grenzwerten liegenden Lärm-Immissionen führen. Deshalb fordern wir einen sofortigen Stop der Planungen.“

Bereits kurz nach dem Beschluss der Bezirksvertretung formierte sich Widerstand gegen das Bauprojekt. Einige Anwohner brachten Unterschriftenlisten in Umlauf.

Der Planungsausschuss ebnete am 21. April den Weg für das Vorhaben: Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan fiel einstimmig. Immer mehr werde geklagt über fehlende Rastplätze, über Lkw, die nachts in Wohngebieten parken. Dagegen solle der Autohof helfen. Der Investor Aral wollte ursprünglich gemeinsam mit dem Lebensmittelgroßhändler Dewender auf einem größeren Grundstück gemeinsam den Autohof bauen; die alten Pläne wurden verworfen. Nun gibt es eine abgespeckte Variante auf angrenzendem Areal, die Aral allein verwirklichen will. Durch den Autohof im 24-Stunden-Betrieb sollen 20 bis 30 Arbeitsplätze entstehen.