Anwohner kritisiert Bahn-Planung

Über die S-Bahnstrecke Höntrop sollen laut jetziger RRX-Planung auch R 16 und RB 40 fahren.
Über die S-Bahnstrecke Höntrop sollen laut jetziger RRX-Planung auch R 16 und RB 40 fahren.
Foto: Funke Foto Services

Wattenscheid.. In ihrer Stellungnahme zur Planung „Rhein-Ruhr-Express (RRX)“ fordert Anwohner Dr.-Ing. Jürgen Wilms von der Stadt eine „klare Kante“. Er wohnt an der Emilstraße in Höntrop. Wenn Regionalzüge wegen des RRX nach Höntrop ausweichen müssen, ergäben sich gravierende Probleme.

Zum Hintergrund: Die Deutsche Bahn beabsichtigt, den RRX über die Ferntrasse über den WAT- Bahnhof auf den vorhandenen Gleisen zu führen. Daher soll ein wesentlicher Teil der bisherigen Trassenbelegung auf die S-Bahn-Trasse über Höntrop verlegt werden, insbesondere würde auf der S-Bahn-Trasse durch mehrere Regionalzuglinien der Schienenverkehr erheblich verdichtet. Im Gegensatz zu einigen anderen Bauabschnitten könnte die Bahn dann in Wattenscheid auf einen eigenen Gleiskörper für den RRX verzichten, was viel Geld spart.

Dieser Plan führe, so Wilms, zu einer Notlösung, denn der verdichtete Verkehr für die Regionalzüge auf der Höntroper Trasse habe drei nicht gelöste Problempunkte. „Es ist nicht zu erkennen, wie auch nur eine annähernd ähnlich große und vor allem überregional angebundene Parkfläche - wie sie am Wattenscheider Bahnhof existiert - zusätzlich zu vorhandenen Parkfläche in Höntrop in der Nähe des Haltepunktes umweltverträglich entstehen soll.“ Auf aktiven Schallschutz - also einer durchgehenden Schallschutzwand - soll ganz verzichtet werden, obwohl sich die zukünftige Emissionsbelastung drastisch erhöhe. Und die Standsicherheit des Bodens unter den Gleisen sei durch Bergbauhohlräume gefährdet. „Der Wattenscheider Abschnitt liegt im Bereich oberflächennaher Flöze. Vor der einheitlichen Kartierung des Bergbaus, also vor 1880, und nach beiden Weltkriegen ging in Höntrop nicht dokumentierter wilder Bergbau um. Kein Fachmann kann bis heute unerkannte Hohlräume oder Inhomogenitäten im Untergrund ausschließen.“ Durch die zusätzlichen Regionalzüge könnten bisher standfeste Hohlraumgebilde zusammenbrechen. „Hier muss zwingend ein umfangreiches geotechnisches Gutachten erstellt. Wahrscheinlich lässt sich eine Senkung oder gar ein Verbruch nur dann weitgehend ausschließen, wenn die gesamte Trasse durchgängig ertüchtigt wird.“

Nachbesserungen nötig

Sein Fazit: „Wenn die Bahn schon durch Entfall einer eigenen Trasse für den RRX einen dreistelligen Millionenbetrag einsparen will, dann sollte sie diese Billiglösung nicht so unausgereift wie bisher präsentieren, sondern sich um eine anliegerverträgliche und eine nach dem Stand der Technik sichere Ausgestaltung bemühen.“