Anwohner in Leithe bleiben kritisch

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Wattenscheid..  Dass die Meinungen an diesem Abend auseinandergehen würden, davon war bereits im Vorfeld auszugehen. Doch mit einem solchen Verlauf der Bürgerversammlung zum Thema „Renovierungsarbeiten in der Heim- und Hohensteinstraße“ hätte wohl niemand gerechnet. Hitzig, emotional ging’s zu, die künftige Unterbringung von bis zu 160 Flüchtlingen stößt auf Gegenwehr in Teilen der Nachbarschaft. Weil, und auch das machten diese Anwohner deutlich, bereits bestehende Probleme bis dato nicht gelöst worden seien.

Renovierung bis April 2016

„Unsere offenen Fragen sind in diesem Zusammenhang wieder nicht beantwortet worden“, sagten die Nachbarn (Namen der Redaktion bekannt) im Anschluss. Sie zeigten sich zudem enttäuscht darüber, dass die Stadt und die Politik nur eine „B-Auswahl“ – Wortlaut einiger Anwohner – für die Diskussion abgestellt hätten. Mit Ute Bogucki, Amtsleiterin für Soziales und Wohnen, sowie Bezirksbürgermeister Manfred Molszich – vertreten durch Hans Bischoff – wären sie gerne ins Gespräch gekommen, beide waren aber nicht vor Ort im evangelischen Gemeindesaal. So stellten unter anderem Klaus Radtke und Ralf Zyla seitens der Stadt die nun folgenden Maßnahmen vor, zudem führte Architekt Eckard Schäfer aus, wie die Sanierung abläuft: Am 13. April werde damit begonnen. Vor allem der schlechte Zustand von Heizung, Sanitäranlagen und Elektrik würde zu den Gesamtkosten von 2,08 Millionen Euro beitragen. Bis Ende April 2016 dauern die Umbauarbeiten. Eine energetische oder optische Sanierung erfolge aus finanziellen Gründen nicht.

Mit derzeitigen Bewohnern der Häuser müsse noch gesprochen werden. Peter Wernitz, Zentrale Dienste, dazu: „Wir werden diese Mietverträge nicht in der Öffentlichkeit diskutieren.“ Der Unmut der Besucher wurde lauter, bisweilen unsachlich, auch von „Zwangsräumungen“ war die Rede.

Über die Themen „Sicherheit, Haftpflicht, Wohnen und Umfeld“ wären die Anwohner gerne genauer informiert worden, „da es seit eineinhalb Jahren soziale Probleme“ mit einer an der Heimstraße lebenden Familie gebe. Zudem erwarten sie ein Gesamtkonzept für den Ort. „Leithe ist auf dem Weg, ein prekärer Stadtteil zu werden.“ Gegen Flüchtlinge hätten im Grunde alle prinzipiell nichts einzuwenden, lobten die Einrichtung an der Fröbelstraße. „Doch in diesem Fall fühlen wir uns mit unseren Ängsten im Stich gelassen.“