Anwohner fordern Antworten

Zwischen Sportplatz und Wohngebiet Alte Ziegelei liegt ein Wall.
Zwischen Sportplatz und Wohngebiet Alte Ziegelei liegt ein Wall.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool

Wattenscheid..  Die Bürgerinitiative „Alte Ziegelei/Geitlingstraße/Dickebankstraße“ will von der Stadt endlich klare Angaben darüber, wie es mit den Plänen zum Sportplatzumbau (Kunstrasen) und zur Erweiterung der benachbarten Großbäckerei Bereket weitergeht.

„Wir wollen nun Antworten. Und wir fordern, den Lärmschutzwall zu erhöhen und Lärmschutzauflagen einzuhalten“, so Anke Heinemann und Guido Blasberg. „Wichtig sind gemeinsame Gespräche. Es kann nicht über die Köpfe der Anwohner hinweg entschieden werden.“ Mehr als 400 Unterschriften habe die Bürgerinitiative gesammelt und zahlreiche Fotos und Beschwerden an die Stadt versandt.

Lange Diskussion

Seit Monaten wird über die Pläne zum Sportplatzumbau Dickebankstraße und die damit verbundene Erweiterung der Großbäckerei diskutiert. Für Verwunderung sorgten teils widersprüchliche Aussagen der Stadtverwaltung. Auf Anfragen der Bezirksvertretung zum gleichen Sachverhalt gab es wie berichtet sehr unterschiedliche Antworten der Ämter. Die Bürgerinitiative wertet diese Widersprüche als Zeichen für ein insgesamt intransparentes Verfahren.

Messungen haben ergeben, dass Höhe und Länge des Lärmschutzwalls nicht mehr den Vorgaben entsprechen. Die Anwohner fühlen sich durch Lärm von der Bäckerei, die im Drei-Schicht-Betrieb arbeitet, erheblich gestört. Die Umweltbehörde Hagen habe Messungen durchgeführt. Lärmprobleme gebe es auch aus Richtung des Sportplatzes.

Zum Hintergrund: Das Unternehmen Bereket möchte einen Teil des Sportplatzes (ca. 11 000 qm) kaufen, um zu erweitern und so den Standort zu sichern. Die Stadt will mit dem Geld einen Kunstrasenplatz bauen, den SW Wattenscheid 08 seit langem wünscht. Anwohner befürchten aber weitere Probleme, wenn Bäckerei und Sportplatz an die Wohnbebauung heranrücken. Die Stadt hat eine Bürgerbeteiligung zugesichert: „Die Verfahren unterstehen den gesetzlichen Regelungen zum Immissionsschutz. Das gilt einerseits für das Baugenehmigungsverfahren zur Anpassung des Sportplatzes und andererseits für eine Betriebserweiterung, die nur im Rahmen einer Bebauungsplanänderung zugelassen werden kann.“

Die Bürgerinitiative sieht auch Probleme bei der Finanzierung für die klamme Stadt. „Die Verkaufseinnahme von 660 000 Euro reicht bei weitem nicht aus, um die Kosten zu decken.“ Diese beziffert die Bürgerinitiative auf mindestens 1,2 Mio Euro für Kunstrasen, Grün- und Lärmschutz-Maßnahmen.