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Kinderschutzvilla

Alte Villa bietet Kindern Schutz

23.01.2015 | 18:54 Uhr
Alte Villa bietet Kindern Schutz
Einzel- und Geschwisterzimmer bietet die Einrichtung, damit sich die Kinder geborgen fühlen.Fotos:Jörg Schimmel

  Ev. Jugendhilfecentrum unterhält seit knapp einem Jahr eine Einrichtung, die den Kleinen als Schonraum dient. Enge Zusammenarbeit mit Jugendamt

Das Wohl des Kindes steht an erster Stelle. Diese Maxime gilt sowohl für Jugendämter, als auch für das Ev. Kinder- und Jugendhaus. Im April 2014 hat die Einrichtung, die ihren Schwerpunkt-Sitz am Centrumplatz in Heide hat, die „Kinderschutzvilla“ an der Graf-Adolf-Straße eröffnet. Das Haus bietet acht Kindern – im Alter zwischen drei und zwölf Jahren – Platz. Und Schutz. Und viel mehr. Peter Vorndamme (62), Einrichtungsleiter des Jugendhilfecentrums, und Marcel Nichulski (32), Erzieher in der Kinderschutzvilla, gewährten der WAZ einen Blick in das Haus und erklärten den Zweck.

Ein eher harmloses Beispiel: Die alleinerziehende Mutter muss für vier Wochen ins Krankenhaus gehen, hat aber niemanden, der auf ihren drei Jahre alten Sohn in der Zwischenzeit sorgt. Mit Hilfe von Jugendamt und Kinderschutzvilla kann sie einen Platz in der Einrichtung bekommen. Eine schon dramatischere Ausgangslage: Der alleinerziehende Vater einer fünfjährigen Tochter will endlich vom Alkohol oder den Drogen wegkommen und deshalb in den Entzug oder die Entgiftung gehen. Die Kleine kann derweil – in Absprache mit dem Jugendamt – in der Kinderschutzvilla versorgt werden. Eine drastische Situation: Die beiden Geschwisterkinder, vier und sechs Jahre alt, erleiden daheim seelische Misshandlung, Verwahrlosung, Chaos. Das Jugendamt ist eingeschaltet, vermittelt einen Platz in der Kinderschutzvilla.

Vorndamme und Nichulski: „Wir bieten hier die Struktur, die den Kindern Schutz und Sicherheit gibt.“ Fünfeinhalb Erzieherstellen und eine Hauswirtschaftskraft hält die Villa vor. Die Kinder sind tagtäglich rund um die Uhr betreut.

Lokales
Geschichte des Hauses, einst im Familienbesitz

Die Villa, 1889 vom damaligen Wattenscheider Bauamtsleiter Wallraven erbaut und bewohnt, blieb im Familienbesitz. Viktor Grillmeier wohnte dort zuletzt und verkaufte das Haus an das Ev. Kinder- und Jugendhaus/Jugendschutzcentrum.

Der Spielplatz nimmt Formen an. Dank der Spenden des Vereins „Wattenscheider für Wattenscheid“, dem Jägerstammtisch, den Höntroper Schützen, der Gemeinde St. Maria-Magdalena, einer Auto-Werkstatt und einer Bank. Nestschaukel und eine Sandfläche gibt’s schon.

Im Erdgeschoss, in der Hochparterre gelegen, sind Gemeinschaftsräume, Ess- und Wohnzimmer, Küche und ein Bad untergebracht. Im ersten Stock gibt es diverse Kinderzimmer für die sehr jungen Bewohner und Sanitärräume. Dort hat auch die Nachtwache, die Bereitschaft ihren Raum. Im zweiten OG finden die Kinder zwischen acht und zwölf ihre Ruhe, ihren Platz und auch ein Bad. Verbunden sind die Stockwerke durch ein alt-ehrwürdiges Holztreppenhaus. Insgesamt 295 qm Fläche bietet die Villa. Bis zu maximal drei Monaten sollen die Kinder hier leben. Leiter Vorndamme und Erzieher Nichulski: „Das Ziel ist immer die Rückführung in die Familie. Daran arbeiten Jugendhilfecentrum und Jugendämter mit den Eltern.“

Ellen Wiederstein

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2015-01-23 18:54
Wattenscheid