Alte Schätze in neuen Medien

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Wattenscheid..  Alles neu, macht der Mai, so standen und stehen auch im Heimatmuseum Helfs Hof einige Veränderungen auf dem Programm. Denn einerseits plant das Kulturbüro der Stadt, die Öffnungszeiten zu erweitern, andererseits ist angedacht, das Angebot noch um eine „virtuelle Ausstellung“ zu ergänzen.

Da sich auch das Haus Kemnade inzwischen in Obhut des Kulturbüros befindet, sei eine Anpassung der Öffnungszeiten im Helfs Hof notwendig geworden. „Wir müssen auf eventuelle Ausfälle durch Krankheit oder Urlaub reagieren können“, schildert Amtsleiter Bernhard Szafranek.

Die Änderungen sollen zum 1. Juli greifen, dann würde die Wattenscheider Einrichtung von Donnerstag bis Sonntag durchgehend zwischen 11 und 17 Uhr ganzjährig geöffnet sein. Im Sommer ist derzeit ein Rundgang mittwochs von 10 bis 13 Uhr und 15 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 19 Uhr möglich. Dadurch ergibt sich eine Erweiterung von einer Stunde wöchentlich.

Während die Stadt für Haus und Personal zuständig ist, sorgt der Heimat- und Bürgerverein (HBV) für die inhaltliche Ausrichtung des Museums. Die optimierte Öffnungszeit gilt auch als Beleg für die gute Zusammenarbeit bisher. „Diese Kooperation sieht die Stadt als beispielhaft an“, betont Szafranek.

Vorbildliche Zusammenarbeit

Einer kommenden Anfrage seitens der FDP/UWG-Fraktion im Kulturausschuss am 19. Mai steht er daher positiv gegenüber. Darin heißt es: „Auf der Westfälischen Kulturkonferenz am 26. September 2014 wurde das Projekt ,Das virtuelle Museum’ vorgestellt, das das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kultur in Münster mit der Westfälischen Wilhelms-Universität entwickelte. Mit Tastatur und Mausklick können am Computer Räume mit ausgewählten Werken aus der Sammlung des Museums besucht werden; unseres Erachtens eine nachahmenswerte Idee.“ Die FDP/UWG-Fraktion würde nun gerne wissen: „Ist das Projekt der Verwaltung bekannt? Wie bewertet die Verwaltung dieses Projekt? Könnte oder sollte die Idee des virtuellen Museums auch in städtischen Museen angewendet werden (etwa im Heimatmuseum Helfs Hof oder in den Museen im Haus Kemnade)?“

„Das virtuelle Museum stellt sicherlich eine Bereicherung dar, weil die Exponate auf diesem Weg einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden“, nimmt HBV-Vorsitzender Heinz-Werner Kessler zum Thema Stellung.

Er glaubt aber ebenso an die Wirkung der Ausstellungsstücke, die sich am besten bei einem persönlichen Besuch in Sevinghausen entfaltet. „Die Authentizität, die Begegnung im Rahmen einer Führung durchs Heimatmuseum kann dadurch nicht ersetzt werden. Das ist nachhaltiger.“