Alte Kirche am Alten Markt in Wattenscheid ist neu gemacht

Neue Tür im alten Gemäuer: Pfarrerin Vogt begrüßt die Gemeinde am Eingang der sanierten Alten Kirche.
Neue Tür im alten Gemäuer: Pfarrerin Vogt begrüßt die Gemeinde am Eingang der sanierten Alten Kirche.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
18 Monate renoviert, 630 000 Euro investiert. Künftig sollen auch wieder reguläre Gottesdienste in der Stammkirche gefeiert werden. Abgeschlossen ist die Sanierung noch nicht: Kleine und mittelgroße Posten stehen noch an.

Wattenscheid..  Wenn ein Gebäude nach langer Renovierung eröffnet wird, begrüßt man die Öffentlichkeit normalerweise im Gebäude-Inneren. Pfarrerin Monika Vogt aber war es wichtig, die rund 200 Kirchgänger am Sonntag zu begrüßen mit: „Herzlich willkommen an der Tür der Alten Kirche!“

Warum: Wie so viele Kirchen ist die Alte Kirche am Alten Markt über Jahrhunderte eine Baustelle gewesen. Seit der Erbauung gibt es in der Front-Fassade einen Torbogen, durch den sie betreten werden sollte. Sollte – realisiert wurde das erst jetzt, wo es das neue Gemeindezentrum gibt, das sich L-förmig an die Kirchenfront anschließt.

Saniert für rund 630 000 Euro

Überhaupt sieht in der Alten Kirche manches anders aus, wenn man sie durch das goldene Metallportal des Zentrums und den steinernen Torbogen betritt. „Sitzen Sie gut?“, fragte Gemeindesprecher Norbert Philipp grinsend. Der Kirchenraum ist neu bestuhlt. 14 500 Euro sind aus dem Verkauf des von Alfred Winter und Anette Bündgen gestalteten Benefizkalenders für 2015 („Winters Wattenscheider Welt“) und aus 18 Spenden von Privatleuten, Händlern und Unternehmen zusammengekommen.

Die neuen Stühle stehen auf neuem Steinboden, darüber hängt die sanierte Orgel, die Heizung ist neu, und auch die Außenfassade wurde erneuert. Rund 630 000 Euro hat das gekostet (WAZ berichtete).

Am Sonntag wurde die Kirche in feierlichen 90 Minuten Gottesdienst wieder eröffnet. Zwei Gemeindemitglieder erzählten, was ihnen die Gemeinde persönlich bedeutet („Hier fand ich eine neue Heimat“ und „Diese Bibelstunden werde ich nie vergessen – es war, als ob sich ein Schatzkästlein öffnet“), und Superintendent Rüdiger Höcker sprach in seiner Predigt vom „Kleinod der Gemeinde“, das jetzt wieder in Dienst genommen wird und sich durch seine Lage am Alten Markt „symbolisch der Stadtgesellschaft zuwendet“. In der Kirche der evangelischen Gemeinde Wattenscheid sollen jetzt wieder regelmäßige Gottesdienste gefeiert werden.

Höcker schweißte die Gemeinde auch mit ernsten Worten zum vielerorts bedrohlichen Weltgeschehen zusammen. „Versöhnungsarbeit“ und „Tun des Richtigen“ sei der religiöse Zeugendienst, den die Gemeinde am Alten Markt in dieser Zeit leisten solle.

Alte Kirche „bleibt eine Baustelle“

Nach den nötigsten Arbeiten und der feierlichen Wieder-Eröffnung ist das Thema Sanierung freilich noch nicht abgehakt. Die Alte Kirche sei und bleibe eine Baustelle, sagt Pfarrer Frank Dressler, „ein Werk von vielen“: Große Posten wie die Dämmung durch Doppelglas-Fenster (48 000 Euro), eine zentrale Lichtsteuerung (10 000 Euro) und die weitere Außengestaltung, Begrünung und Aufforstung (20 000 Euro) und andere sind noch zu finanzieren. Die Gemeinde ist für Hilfen und Spenden dankbar.