Ärger um Kirmes in Bochum - Anlieger beklagen Lärm und Pöbelei

Die Eröffnung der Gertrudiskirmes (hier ein Foto aus 2013). Einige Anwohner und Geschäftsleute beklagen den Lärm, der durch die Kirmes verursacht wird. Sie wünschen sich einen anderen Standort für die Kirmes.Foto:Klaus Pollkläsener
Die Eröffnung der Gertrudiskirmes (hier ein Foto aus 2013). Einige Anwohner und Geschäftsleute beklagen den Lärm, der durch die Kirmes verursacht wird. Sie wünschen sich einen anderen Standort für die Kirmes.Foto:Klaus Pollkläsener
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Anwohner und Geschäftsleute am „Alten Markt“ schreiben Brief an Oberbürgermeisterin und bitten um Verlegung der Gertrudiskirmes an anderen Standort.

Wattenscheid.. Die Kirmes am Standort „Alter Markt“ haben einige Anwohner satt. Sie haben einen Brief an die Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz verfasst und einen Antrag auf Verlegung der Gertrudiskirmes (nach §24 Gemeindeordnung NRW) gestellt. Im Schreiben heißt es, dass die Gertrudiskirmes im Frühjahr neun Tage dauert und die Herbstkirmes fünf Tage.

Anlieger und Geschäftsleute beantragen, die Kirmes auf einen anderen Platz, an einen anderen Standort zu verlegen. Zu den Antragstellern etwa zählen auch Anwohnerin Sylvia Behler und Geschäftsfrau Ina Schlömann. Sie sagen, dass „Anrainer, die an einem solch zentralen Ort wohnen oder ein Geschäft haben, mit Veranstaltungen rechnen müssen. Sei es das Weinfest oder letztens dem Rock-Konzert. Aber die Kirmes ist eine Zumutung.“

Bezirk entscheidet über Volksfeste

Im Antrag auf Verlegung schreiben sie, dass der Aufbau der Kirmes mehrere Tage dauert. „An diesen Tagen ist die Innenstadt geprägt von Lärm, sowohl von den Fahrgeschäften, als auch von Soundchecks und dem lauten Geschrei der Schausteller.“ Die „aggressive Musik der Fahrgeschäfte und die Animation der Schausteller über Mikrofone ist so laut, dass es für die Anwohner unmöglich ist, sich dauerhaft in ihren Wohnungen aufzuhalten.“ An den Wochenenden, „wenn sich die Menschen von der Arbeit erholen möchten, sind sie Lärm ausgesetzt.“ Die ansässigen Geschäftsinhaber hätten Umsatzeinbußen, „da viele Wattenscheider während der Kirmes die Innenstadt meiden.“ Und: „Die Kirmes zieht Menschen an, die sich betrinken und Passanten anpöbeln.“

Abends sei die Kirmes eher Treffpunkt junger Leute. Nach Ende komme es häufig zu Schlägereien. „Die Anwohner sind gezwungen, die Polizei zu rufen, die aber teilweise nicht für Ruhe sorgt, sondern nur durch ,Vorbeifahren’ Präsenz zeigt, was die Jugendlichen nicht davon abhält, weiter zu machen.“

Anlieger genervt von Geschrei und Gepolter bei Kirmes-Abbau

Der Abbau der Kirmes erfolge unter lautem Geschrei. Gestelle würden geschmissen, Metall schlüge auf Metall. Die Schausteller hielten sich nicht an die gesetzliche Ruhezeit, sondern würden bis tief in die Nacht abbauen. Beschwerden bei Bochum-Marketing habe es bereits gegeben.

Auf Anfrage der WAZ antwortet Stadt-Pressesprecher Oliver Trappe, dass „das Anliegen im Hause bekannt ist und kommuniziert wird.“ Im Juli soll es einen Ortstermin geben. Ordnungsamt, Umwelt- und Grünflächenamt, Bezirksverwaltungsstelle WAT, Bochum-Marketing und Polizei würden sich über das Thema austauschen. Das Ergebnis soll in einer Beschlussvorlage für die Bezirksvertretung WAT münden. Sie sei nach städtischer Haussatzung für die Entscheidung über „Volksfeste“ zuständig. Trappe auf die Frage, ob die Anwohner schon eine Antwort der Stadt bzw. der Oberbürgermeisterin vorliegen hätten: „Bisher nicht, die Antwort ist jetzt auf dem Weg.“