Ade sagen mit „100 aus 40“

Die Qual der Auswahl hat Klaus Ehl. Er sucht die Bilder aus, die in der Ausstellung „100 aus 40“ in der WAZ-Kulturoffensive gezeigt werden.
Die Qual der Auswahl hat Klaus Ehl. Er sucht die Bilder aus, die in der Ausstellung „100 aus 40“ in der WAZ-Kulturoffensive gezeigt werden.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Ausstellung in der WAZ-Kulturoffensive: Sport- und Kunstlehrer Klaus Ehl geht nach fast 40 Jahren in Pension und zeigt über 100 Arbeiten seiner Schüler/innen

Eigentlich möchte er gar nicht in den Vordergrund gerückt werden. Vielmehr liegt ihm die Sache, die Ausstellung, am Herzen. Dennoch: Ohne ihn gäbe es diese wohl einmalige Schau nicht. Klaus Ehl (65), Kunst- und Sportlehrer an der Märkischen Schule, geht Ende Januar in den Ruhestand, in Pension, wie man bei Lehrern so sagt. Den Abschied vom Gymnasium – nach 37 Jahren – nimmt er zum Anlass, darzustellen, was andere, die vielen Schüler/innen nämlich, in diesen knapp 40 Jahren geleistet haben. Klaus Ehl verabschiedet sich mit der Ausstellung „100 aus 40“. Und zwar im Rahmen der WAZ-Kulturoffensive in den Räumen der ehemaligen Geschäftsstelle an der Hüller Straße 7.

Von Freitag, 16. Januar, bis Samstag, 14. Februar, sind (über) 100 Schüler-Werke aus 40 Jahren zu sehen. „Auch Bilder, die drei Jahre vor meiner Zeit bei meinem Vorgänger Werner Habig entstanden sind, gehören in die Ausstellung. Genauso auch Arbeiten, die derzeit bei der Kunstreferendarin am Märkischen, Maria Krech, geschaffen werden.“ Und viele, viele Bilder aus seinen 37 Jahren.

Ehl hat sich immer von Schüler/innen Bilder schenken lassen – und sie gesammelt. Gut und gerne 500 Werke lagern in den Schränken des Gymnasiums. „Den Schülern habe ich immer wieder gesagt, dass ihre Bilder irgendwann zu sehen sein werden. Und dass ich sie aufhebe für spätere Generationen.“ Nun, gäbe es einen gelungeneren Zeitpunkt, als jetzt, zum Abschied, einen Querschnitt dieser Arbeiten auszustellen? Mit „100 aus 40“ Ade zu sagen?

„Schwer getan“ habe er sich, eine entsprechende Auswahl zu treffen. „Zeigen will ich die Bandbreite, die von informellen Arbeiten, über Gegenständliches, Fotorealismus Selbstporträts bis hin zum Schaffen am Computer reicht.“ Klar hat Ehl auch Arbeiten herausgesucht, die ihm persönlich besonders gut gefallen.

Klaus Ehl ist begeisterter Kunst-Pädagoge. Schon als Kind, sagt er, habe er sich für Malerei interessiert. 1949 geboren, wuchs er in Bad Lippspringe auf. Als Teenager trampte er von dort aus zu den Kunst-Ausstellungen, die damals anlässlich der Ruhrfestspiele in Recklinghausen stattfanden, oder auch zur Dokumenta nach Kassel. Für ihn war klar: Kunst ist es. Bis, ja bis er als Schüler der Obersekunda (heute die elfte Klasse am Gymnasium) an den Bundesjugendspielen teilnahm und bewies, dass er ein „Renner“, ein Läufer-Ass ist. Damit begann eine Sportler-Karriere, „an die ich vorher nicht gedacht habe.“ Bei den Olympischen Spielen 1972 in München holte er mit der 4-mal-100-Meter-Staffel Bronze. Er wurde Deutscher Meister im Fünfkampf. Und landete beim TV 01 – und damit in Wattenscheid.

Durch seinen Trainer Erich Klamma, damals Chef-Coach des TV 01 und Sportlehrer am Märkischen, war der Kontakt zum Gymnasium geknüpft. Doch gab es für Ehl immer zwei Disziplinen: Sport und Kunst.