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Generalkonsul muss viel Zeitung lesen

Wattenscheid, 07.12.2007, Von Simon Wiggen

US-amerikanischer Vertreter Matthew G. Boyse zu Besuch in der Pestalozzi-Realschule.Schüler der zehnten Klassen stellten Fragen zur amerikanischen Politik und den Beziehungen zu Deutschland

Foto: WAZ

Matthew G. Boyse ist ein weitgereister Mann: Der US-amerikanische Generalkonsul war unter anderem schon in London, Bangladesch, Warschau, Berlin und Neu Dehli tätig. Seit mehr als einem Jahr ist er Leiter des Generalkonsulats in Düsseldorf. Gestern stattete er der Pestalozzi-Realschule einen Besuch ab und reihte sich in die Reihe der Berühmtheiten ein.

Der israelische Botschafter Schimon Stein und die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, waren in diesem Jahr schon da. "Es ist für mich daher eine Ehre, dass auch ich eingeladen worden bin", erklärte Boyse.

Etwa 130 Schüler der zehnten Klassen waren in die Aula der Pestalozzischule gekommen, um mit dem Generalkonsul über die deutsch-amerikanische Geschichte und über die aktuelle Politik zu sprechen. Schulleiterin Silvia Zens begrüßte Matthew G. Boyse und die Schüler mit den Worten: "Wer die heutige Welt verstehen will, kommt nicht daran vorbei, sich für Politik zu interessieren." Zwei Wochen lang haben die Schüler daher im Politik- und Geschichtsunterricht über Amerika gesprochen. "Wir sind nun sehr zufrieden, dass die Vorbereitung in eine realen Begegnung gemündet ist", sagte Silvia Zens. "Ich denke, dass die Schüler einen großen Gewinn aus diesem Vormittag ziehen werden."

Zu Beginn der Fragerunde interessierte die Schüler vor allem, wie ein typischer Tag des Generalkonsuls abläuft. "Ganz viel Zeitung lesen", erklärte Boyse. Zudem sei er häufig zu Podiumsdiskussionen, Wirtschaftsunternehmen und Kulturveranstaltungen eingeladen. "Wir machen keine Diplomatie wie eine Botschaft", klärte Boyse auf. "Wir sind Ansprechpartner für unsere Landsleute und die amerikanischen Firmen in Nordrhein-Westfalen." Es gebe Tausende von Menschen an Rhein und Ruhr, die einen deutschen und einen amerikanischen Pass besäßen.

Der Generalkonsul wurde unter anderem mit Fragen zum Irakkrieg, Israelkonflikt und den Kurden gelöchert, die er gut verständlich und ausführlich beantwortete. Boyse freute sich, dass die Fragen der Schüler sehr gut vorbereitet waren sowie präzise und neutral gestellt wurden. "Das ist nicht immer der Fall", erklärte der Generalkonsul.

Einige Fragen konnte Boyse jedoch nicht beantworten, da sie zu sehr ins Detail gingen. Darunter auch die Frage nach dem möglichen Aufenthaltsort von Osama bin Laden odernach dem persönlichen Favoriten des Generalkonsuls für die Präsidentschaftswahl in Amerika. "Ein Konsul muss parteilos, unabhängig und objektiv sein", erläuterte Matthew G. Boyse.

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