260 Luftgekühlte beim Treffen der Käferfreunde
23.08.2009 | 15:34 Uhr 2009-08-23T15:34:00+0200
Fest in der Hand von Liebhabern luftgekühlter Fahrzeuge befand sich am Sonntag der Fegro-Parkplatz an der Bochumer Straße. Die Käferfreunde Wattenscheid hatten zum traditionellen Treffen eingeladen und bis zum Mittag fanden sich gut 170 VW-Busse, Limousinen, Cabriolets und Käfer samt Fahrern ein.
Auf Hochglanz poliert, präsentierten die stolzen Besitzer ihre teils fünfzig Jahre alten Wagen. Einige hatten sogar Ersatzteile wie Spiegel, Stoßstangen und Scheiben sowie Zubehör zum Verkauf mitgebracht. „Ich gehe davon aus, dass bis zum Nachmittag etwa 250 Wagen auf dem Platz stehen”, schätzte Hermann Hülder von den Käferfreunden am Vormittag.
Fahrer aus Freudenberg hatte weiteste Anreise
Und natürlich wurden auch in diesem Jahr einige Preise verteilt: Die kürzeste Anreise hatte Dirk Kauling. Ganze 300 Meter ist er mit seinem Wagen von der Walzwerkstraße zum Fegro-Gelände gefahren. Den weitesten Weg hatte „Ralfi” mit seinem Typ 3: Er kam aus dem 110 Kilometer entfernten Freudenberg. Das jüngste Auto-Fahrer-Pärchen war ein Mexiko-Käfer von 1996 mit 31-jährigem Halter, macht also in der Summe 44 Jahre. Die älteste Paarung war 111 Jahre alt: Der Wagen von August 57, die Fahrerin von Juni 1950. Außerdem suchte die Jury unter den anwesenden Luftgekühlten auch noch die schönste Limousine, das schönste Cabriolet und den schönsten Bus.
Auch das Umweltzonen-Problem (WAZ berichtete) haben die Veranstalter kurzfristig lösen können. Fahrzeuge mit dem H-Kennzeichen, also älter als 30 Jahre, sind von der Plakettenregelung befreit, aber die jüngeren Modelle haben meist keine Plakette. „Wir haben herausgefunden, dass der Parkplatz auch über Hansastraße und Mausegatt zu erreichen ist. Und diese Straßen liegen nicht in der Umweltzone. Also haben wir uns kurzfristig den Schlüssel für die hintere Ausfahrt besorgt, so dass auch Leute ohne Plakette kommen können”, erklärte Hermann Hülder. Auch auf der Homepage der Käferfreunde habe man darüber informiert.
Zehn Euro für Sondergenehmigung
Nicht mehr rechtzeitig Wind davon bekommen hat Heike Birkenstock. Ihrem auberginefarbenen Käfer Baujahr 1983 fehlen vier Jahre, um das H auf dem Nummernschild zu tragen. Während des Treffens ist das Auto mit Protestschildern geschmückt. „Ich wollte auch nicht riskieren, ohne Plakette über die Bochumer Straße zu fahren. Bei meinem Glück hätten ausgerechnet dann nämlich Kontrollen stattgefunden. Und für vierzig Euro und einen Punkt in Flensburg war mir das Risiko zu groß”, erzählt die kaufmännische Angestellte. So hat sich Heike Birkenstock am Mittwoch um eine Sondergenehmigung der Stadt bemüht. „Zehn Euro hat mich das jetzt gekostet. Aber ich muss auch sagen, dass die Stadt da prompt reagiert hat”, berichtet die Käferfreundin aus Schwelm, die ihr Schätzchen – immerhin hat der Wagen 270 000 Kilometer auf dem Buckel – in einer Werkstatt auf Anweisung selbst entrostet.
260 Vehikel trudeln bis zum Nachmittag auf dem Parkplatz ein. „Wir sind total zufrieden mit unserem Treffen”, sagt Hermann Hülder. Und im kommenden Jahr soll dann das bereits 20. Käfertreffen stattfinden. Geplant ist für das Jubiläum allerdings noch nichts. „Wir wissen zwar alle, dass wir nächstes Jahr Jubiläumstreffen haben. Und wir müssten uns auch eigentlich etwas Besonderes einfallen lassen, aber konkrete Ideen haben wir noch nicht”, so Hülder. Aber es ist ja auch noch ein Jahr Zeit.
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