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Chorgesang

24-Jähriger hält’s mit Nietzsche

28.07.2010 | 15:30 Uhr
24-Jähriger hält’s mit Nietzsche
Hoffnungsträger bei der Jungen Chorgemeinschaft: Tomasz Goral. Foto: Johannes Dries

Wattenscheid.Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum! Das wusste schon der große Philosoph Friedrich Nietzsche. Musik ist eine Sprache, die jeder versteht, und sie beeinflusst den ganzen Menschen.

Dass dies mehr als eine Floskel ist, erleben die Sängerinnen und Sänger der Jungen Chorgemeinschaft immer wieder während der montäglichen Probe. Nietzsches Meinung vertritt auch Tomasz Goral, Chorsänger und darüber hinaus Co-Dirigent, der sich bereits in frühen Jahren seines jungen Lebens der Musik verschrieben hat.

„Für mich begann alles in der Pestalozzi Realschule, wo ich zum ersten Mal Zugang zur Musik bekam“, erzählt Tomasz Goral. „Im Schulorchester lernte ich in kleinen Schritten über Xylofon, Blockflöten und Querflöte das instrumentale Musizieren. Meine damalige Musiklehrerin Gudrun Stumpf begeisterte mich schließlich für das Chorsingen im Kinderchor der Jungen Chorgemeinschaft, wo mein Verhältnis zur Musik konkretere Formen annahm.“

2007 begann Goral mit dem Studium zum nebenberuflichen Kirchenmusiker an der Bischöflichen Kirchenmusikschule im Bistum Essen. Nach zwei Jahren legte er seine ersten Prüfungen in den praktischen Fächern Chorleitung und Liturgiegesang sowie in Musiktheorie, Musikgeschichte und Orgelkunde erfolgreich ab: „Nun bereite ich mich auf die nächste und damit finale Prüfung zur Erringung des sogenannten C-Scheins vor“, freut sich Goral, „denn dann darf ich mich bereits mit 24 Jahren zu den jüngeren Kirchenmusikern dieser Region zählen.“

Zur Person
In Polen geboren

Tomasz Goral wurde 1986 in Neiße, unweit von Oppeln, Polen, geboren. Mit neun Jahren kam er mit seiner Mutter nach Deutschland. Nach erfolgreichem Abschluss der Realschulausbildung (2003) erlernte Thomas den Beruf des Chemielaboranten. 2007 begann er mit dem Studium zum nebenberuflichen Kirchenmusiker an der Bischöflichen Kirchenmusikschule im Bistum Essen.

Immer mal wieder übergibt Gudrun Stumpf ihrem Kollegen Tomasz Goral die Leitung der Jungen Chorgemeinschaft während der Proben und ebenso bei Konzerten. Außerdem leitet er das Instrumentalensemble, das mittlerweile ein wesentlicher Bestandteil der Chorgemeinschaft und eines jedes Konzertes ist.

„Meine ersten, konkreten Erfahrungen machte ich bei dem Evangelischen Männerchor, den ich seit Januar leite“, erinnert sich Goral. „Das Wichtigste für mich war damals erst einmal die Akzeptanz der älteren Herren mir, dem jungen Chorleiter, gegenüber. Die Schwierigkeit, den Chor zu leiten, bestand darüber hinaus darin, zum ersten Mal ganz alleine vor einem Chor zu stehen, ohne Feedback seitens der Dozentin Gudrun Stumpf. Mittlerweile jedoch haben wir uns aufeinander eingestellt, was letztendlich meine Arbeit mit dem Chor positiv beeinflusst.“

Tomasz Goral und Gudrun Stumpf hoffen, dass sie auch in nächster Zeit gemeinsam mit dem gemischten Chor der Jungen Chorgemeinschaft, indem, so der Wunsch beider, noch mehr junge aufnahmebereite Menschen ihre musikalische Heimat finden, professionell musizieren können. Für Goral ist es sicherlich noch der Beginn seiner musikalischen Laufbahn.

Man muss jedoch kein Prophet sein, um zu erkennen, dass bei dieser Begeisterung die Musik auch weiterhin die Leitlinie seines Lebens sein wird. Das würde bedeuten, dass er die musikalische Vertretung der derzeitigen Chorleiterin übernehmen könnte, sollte es einmal erforderlich sein. Für die Junge Chorgemeinschaft ein beruhigendes Moment auch im Hinblick auf die zukünftige Chorarbeit.

Johannes Dries

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