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Wenn der „Kripobeamte“ selbst der Betrüger ist - Senior aus Suttrop fiel auf Trick nicht rein

14.11.2012 | 05:00 Uhr
Wenn der „Kripobeamte“ selbst der Betrüger ist - Senior aus Suttrop fiel auf Trick nicht rein
Der Suttroper Senior sollte bei einer angeblichen Polizei-Aktion mitmachen. Er fiel auf den Trick des falschen Kripo-Beamten nicht rein.Foto: NRW

Warstein/Suttrop.   Wer von der Kriminalpolizei angerufen wird, reagiert möglicherweise irritiert – das ist nachvollziehbar. Noch mehr irritierte einen Mann aus Warstein-Suttrop Ende Oktober jedoch, dass er gebeten wurde, bei Polizeiermittlungen zu helfen. Dem Senior erschien die Sache unseriös. Was die (richtige) Polizei nicht anders sieht. Eine kuriose Betrugsgeschichte aus dem Sauerland.

Klaus Schäfer (Name von der Redaktion geändert) erinnert sich noch gut an das Telefongespräch am 31. Oktober gegen 16 Uhr. Ein Herr „Benz“ von der „Kripo Düsseldorf“ erklärte dem Senior, am Tag zuvor von einem Herrn „Ringguth“ von der Firma Franklin angerufen worden zu sein, wo Schäfer für die Zeitschrift „Spiegel“ geworben worden sei. Das stimme nicht, widersprach der Suttroper vehement, und der angebliche Kripobeamte pflichtete ihm bei: „Das sind Betrüger.“ Gemeinsam wolle man diese nun zur Strecke bringen.

Und zwar so: Schäfer sollte auf einen Anruf von dem Vertreter der Firma Franklin warten, dort den Bezug des „Spiegel“ bestätigen. Die Bezugskosten sollten wie üblich vom Konto abgebucht werden – allerdings nicht von dem des Suttropers, sondern von einem Konto bei der Volksbank Helmstedt; Nummer und Bankleitzahl lieferte der angebliche Kripobeamte gleich mit. Die Kripo würde das Gespräch mithören, um Strafanzeige wegen Betrugs gegen die Firma erstatten zu können.

Da wurde der Senior misstrauisch, und meinte gegenüber dem Anrufer: „Da mache ich mich selbst aber erst einmal schlau“. Dazu kündigte er an, sich bei der heimischen Polizeiwache zu erkundigen. Diese Ankündigung hatte vermutlich zur Folge, dass der erwähnte Anruf des Franklin-Mitarbeiters ausblieb. Zumal Klaus Schäfer davon überzeugt ist, dass der angekündigte Anruf, wenn er denn gekommen wäre, ebenfalls von Herrn „Benz“ unter dem Namen „Ringgut“ gewesen wäre.

Senior hat aus Sicht der Warsteiner Polizei alles richtig gemacht

Bei der Warsteiner Polizei bestätigte man jedenfalls dem Suttroper, alles richtig gemacht zu haben. Sollte es einen Anruf geben, sollte der Senior „gar nichts machen“ und sagen, dass er nicht weiter belästigt werden möchte, denn „so etwas würden wir niemals telefonisch machen“, so der – richtige – Beamte. Der Suttroper jedenfalls hörte nie wieder etwas von „Herrn Benz“ von der „Kripo Düsseldorf“. Obwohl der sogar eine Kontakt-Nummer angegeben hat, die aber – wen wundert’s – keinen Bezug zum richtigen Anschluss der Kripo der Landeshauptstadt hat.

Manfred Böckmann

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2012-11-14 05:00
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