Warum Kyrill tat, was er tat
28.06.2009 | 20:29 Uhr 2009-06-28T20:29:00+0200
Ein Stück Warsteiner Wald kommt aus St. Pol: 5000 Buchen und Douglasien — noch dazu französische — wurden durch Spenden aus der Partnerstadt an „Kerstings Wieschen” gepflanzt. Doch die Natur verbindet noch auf ganz andere, tiefer gehende Art.
„In 45 Jahren war die Freundschaft zwischen Warstein und St. Pol immer begleitet von Musik, Kultur und Sport. Jetzt gibt es ein neues Thema, die Natur”, freute sich Bürgermeister Manfred Gödde am Samstagmorgen. Eine Freude, die sein Amtsbruder Yves Heniart teilte. Beeindruckt zeigte er sich von der Natur an „Kerstings Wieschen” wo er im Frühjahr das erste Bäumchen für den St.-Poler-Wald gepflanzt hatte.
„Die Jugend macht das wieder gut, was unsere Generation falsch gemacht hat”, war Heniart überzeugt, als er die Arbeiten von Schülern der Realschule, des Gymnasiums und von St. Poler Schülern betrachtet hatte, die sich ganz unterschiedlich dem Klimawandel und den Folgen genähert hatten. Nachzulesen sind die Ergebnisse an drei Punkten und das zweisprachig.
Orkan Kyrill Stimme und Gesicht gegeben hat in einer erstaunlichen Projektarbeit die Klasse 8b der Realschule mit Rebecca Brüggemann und Günther Belz. „Ich bin Kyrill”, „Je suis Cyril”, stellt sich der Orkan selbst vor und erzählt an zehn Stationen woher er kommt, warum er tat, was er tat, und was er in Warstein, der vormals „Insel der Glückseligen, was Natur betrifft”, wie Förster Henning Dictus dachte, angerichtet hat. Als es dann noch die zwei schweren Hochwasser gab, sei es Zeit gewesen, sich mit dem Klimawandel zu beschäftigen.
Die Klasse 8b tat dies mit Begeisterung. „Die Arbeit hat viel Spaß gemacht und die Klassengemeinschaft sich dadurch toll entwickelt”, berichtete Rebecca Brüggemann, die die Schülerinnen Pia Steinrücke, Nicole Stracke, Carina Gerlach und Michelle Friederitzi mitgebracht hatte.
Ein tolles Kompliment hatte auch Egon Uennigmanns Agrarökologie-Kursus der Stufe 9 des Gymnasiums bekommen, als es hieß, welche Agentur den seine professionell anmutenden Infotafeln gestaltet habe. Es waren die Schüler selbst. Die weniger erfreuliche Nachricht, die Uennigmann und die Schülerinnen Janine Herrmann und Alexandra Bigge vermittelten: „An Stürme wie Kyrill müssen wir uns gewöhnen.”
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