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Verkauf an SABMiller

Warsteiner trennt sich von C.A.S.A. Isenbeck

24.11.2010 | 19:27 Uhr
Warsteiner trennt sich von C.A.S.A. Isenbeck
Die letzte eigene ausländische Braustätte: Die Warsteiner Brauerei hat die CASA Isenbeck in Argentinien verkauft.

Warstein.Die Warsteiner Gruppe sorgt weiterhin für Schlagzeilen. Nachdem es in der vergangenen Woche allerdings nur Gerüchte waren (Verkauf an die Radeberger-Gruppe), gibt es diesmal konkrete Fakten: Mit Wirkung vom 23. November hat das heimische Unternehmen seine argentinische Brauerei C.A.S.A. Isenbeck an eines der weltweit größten Brauereiunternehmen, SABMiller plc., verkauft.

„Wir haben bereits seit Wochen mit SABMiller verhandelt und sind jetzt zum Abschluss gekommen“, bestätigte Alber Cramer gestern im Gespräch mit unserer Zeitung den Verkauf. Über den Verkaufspreis machte er keine Angaben.

Catharina Cramer

Die Brauerei C.A.S.A. Isenbeck wurde 1994 in Zarate, einem Vorort von Buenos Aires, von der Warsteiner Gruppe gegründet. 300 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Produziert werden dort die internationale Premiummarke Warsteiner sowie Isenbeck, Der Ausstoß wird von der Brauerei mit etwa 600 000 Hektoliter beziffert. Cramer: „Wir haben dort einen Marktanteil von sieben Prozent und kommen irgendwie nicht weiter.“ Die belgisch-brasilianisch Inbev beherrscht dort 75 Prozent des Marktes: „Die haben fast ein Monopol“, erklärt Albert Cramer. Mit dem neuen Partner SABMiller, nach Inbev immerhin die Nummer zwei in der Welt, hofft man nun auf einen deutlichen besseren Marktauftritt. „Mit dem Verkauf an SABMiller und der vereinbarten Kooperation auf Lizenzbasis haben wir einen starken Partner gefunden, der uns auch langfristig die Präsenz und Qualität der Marke Warsteiner in Argentinien sicherstellen kann“, erläutert Catharina Cramer, geschäftsführende Gesellschafterin der Warsteiner Gruppe, die neue Allianz.

Auch Albert Cramer ist überzeugt, dass der Verkauf der richtige Schritt war: „SABMiller rollt den Markt in Südamerika auf. Die sind so stark, dass sie daraus etwas machen werden. Das bietet damit auch uns ganz andere Chancen.“

Mit diesem Schritt setzt die Warsteiner Gruppe ihren vor drei Jahren begonnenen Weg fort, in Übersee-Märkten, insbesondere in wirtschaftlich und politisch beständigen Ländern, eigene operative Geschäfte durch Kooperationen und Lizenzvereinbarungen mit internationalen Partnern zu ersetzen.

Die Kernmärkte im internationalen Geschäft liegen für die Warsteiner Gruppe allerdings in Europa und Nordamerika, wo entweder über den Aufbau eigener Verkaufsorganisationen oder über internationale Vertriebspartnerschaften mit ausländischen Brauereien das Exportgeschäft der Gruppe vorangetrieben wird.

In Afrika, wo die Warsteiner Gruppe bis Ende 2007 noch über drei eigene Produktionsstandorte verfügte, kooperiert Warsteiner seit 2008 über ein Joint Venture mit der französischen Castel Gruppe. Mit dem Verkauf der C.A.S.A. Isenbeck trennt sich die Warsteiner Gruppe nunmehr von ihrer letzten eigenen ausländischen Braustätte. In den Übersee-Märkten beabsichtigt die Gruppe, vermehrt über Kooperationen und Lizenzen mit internationalen Partnern ihr Auslandsgeschäft voran zu treiben.

Dass der aktuelle Verkauf in irgendeinem Zusammenhang mit den Gerüchten um einen Einstieg der Radeberger-Gruppe steht, wie es das „manager magazin“ in der vergangenen Woche berichtet hat, dementiert Albert Cramer energisch: „An diesem Gerücht ist nichts, aber auch absolut nichts dran.“ Auch erfolge der Verkauf nichts aus einer finanziellen Notlage heraus: „Wir sind kerngesund und schuldenfrei.“ Der Erlös diene vielmehr dazu, die eigene Liquiditätsreserve aufzufüllen. Albert Cramer: „Der Konzentrationsprozess in der Bierbranche wird in den kommenden Jahren weitergehen. Wir wollen in der Lage sein, bei einer günstigen Gelegenheit zuzuschlagen, ohne dass wir dazu die Banken fragen müssen.“ Wichtig sei dabei, dass die Brauerei zu Warsteiner passe: „Vom Sortiment her und von der Größenordnung her.“ Die Herforder Brauerei sei dafür ein gutes Beispiel: „Wir halten in jedem Fall weiterhin die Augen offen.“

Hans-Albert Limbrock

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