Warsteiner büßt bei Stamm-Marke sieben Prozent ein
19.01.2009 | 18:15 Uhr 2009-01-19T18:15:00+0100Die Warsteiner Gruppe konnte im Jahr 2008 ihr Absatzvolumen auf Vorjahresniveau stabilisieren; 6,2 Mio. Hektoliter Gerstensaft wurden verkauft. „In Anbetracht des schwierigen Marktumfelds können wir mit der Unternehmensentwicklung 2008 insgesamt zufrieden sein", so Catharina Cramer.
Mit der gestern veröffentlichten Bilanz sieht sich die Warsteiner Gruppe als „eine der führenden privaten Brauereiunternehmen am deutschen Biermarkt”. Der Umsatz belief sich im abgelaufenen Jahr auf rund 580 Mio. Euro. Das entspricht einer Steigerung um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahresergebnis.
Die positive Umsatzentwicklung auf Gruppenebene ist unter anderem Folge der im vergangenen Jahr vorgenommenen Preiserhöhung, die vor dem Hintergrund steigender Energie- und Rohstoffkosten notwendig geworden sei, heißt es. Und jüngst wurde bekannt, dass in Kürze die Preise für das Fassbier anziehen. Positiv auf den Absatz ausgewirkt hat sich zudem, so das Unternehmen, die Integration der Herforder Brauerei in die Warsteiner Gruppe.
Der Pro-Kopf-Verbrauch der Deutschen ist 2008 auf ein neues Rekordtief von nur noch rund 110 Litern Bier gesunken. Insbesondere die Gastronomie verzeichnete infolge des Rauchverbots zum Teil drastische Konsumrückgänge von bis zu einem Drittel. Dieser Entwicklung konnte sich auch die Marke Warsteiner aufgrund ihrer großen Bedeutung in der Gastronomie nicht entziehen.
Der Absatz der Stamm-Marke sank in 2008 um rund sieben Prozent. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichnete Herforder Pils als Ergebnis der erfolgreichen Integration erstmals seit Jahren wieder ein Wachstum beim Flaschenbier. Die Marken der König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg blieben hinsichtlich ihres Absatzvolumens auf Vorjahresniveau. Die Altbierspezialität Frankenheim entwickelte sich in 2008 besser als der Marktdurchschnitt — detaillierte Zahlen dazu wurden nicht veröffentlicht. Der Absatz von Guinness wurde um zehn Prozent ausgebaut. Erfreulich auch die dynamische Entwicklung der Marke Paderborner, die eine Steigerung ihres Absatzvolumens im zweistelligen Prozentbereich verzeichnete.
Im internationalen Geschäft konnte die Warsteiner Gruppe den Bier-Absatz vor allem im Wachstumsmarkt Osteuropa (plus 4,9 Prozent) und in den Benelux-Staaten — mit dem erstmaligen Überschreiten der 200 000 Hektolitergrenze in den Niederlanden — deutlich steigern.
„Wir haben unsere Unternehmensgruppe sukzessive auf das schwierige Gesamtumfeld und den sich verändernden Biermarkt eingestellt”, so Catharina Cramer. Erste Schritte in diesem Prozess sind unter anderem die Bündelung der Kapazitäten — so wird Frankenheim ab März in Warstein gebraut — und die Einführung der neuen Warsteiner Produktausstattung. „Mit diesen Maßnahmen, einem breiten Portfolio und der internationalen Ausrichtung der Warsteiner Gruppe sind wir für 2009 gut aufgestellt.”
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Bleibt abzuwarten, wie sich das neue Produktdesign im laufenden Jahr auf das Geschäft auswirken wird. Als langjähriger Werbepofi und Designer kann man die neue Produktausstattung jedenfalls nur zwischen katastrophal und höchst peinlich ansiedeln. Das beliebte Argument die Masse besteht aber nicht aus Designern mit so hohen Ansprüchen ist quatsch. Die Masse besteht zwar nicht aus Designern, hat aber dennoch Geschmack und ist nicht blöd. Und gerade Warsteiner verdankt einen Großteil seines Erfolges dem innovativen Design und Image aus den 70er- und 80er-Jahren. Damals war man der Konkurrenz um Lichtjahre vorraus. Dieses Mal ist man der Konkurrenz nicht einmal hinterher, man ist gleich auf einen komplett falschen Weg abgebogen. Bleibt zu hoffen, dass in Zukunft diese Fehler erkannt werden und wichtige Entscheidungen bezüglich Design, Werbung und Markenauftritt wieder in die Hände von Werbeprofis gelegt wird und nicht von Inhabern und Marketing-Leuten entschieden werden, die von coolem Design und Auftritt in etwa so viel verstehen wie unsere Kanzlerin. Bis dahin viel Glück. Warsteiner wird es brauchen!