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Viel Prostitution für eine Stadt wie Warstein - Bordell-Bericht aus der "Villa of Dreams"

02.08.2012 | 13:00 Uhr
Tanja K. (l.), Bordell-Betreiberin der Villa of Dreams in Warstein, im Gespräch mit der Prostituierten Marie (24).Foto: Mike Fiebig

Warstein.  Die Stadt Warstein ist ein viel frequentierter Ort für Prostituierte und deren Freier. Vor allem Damen, die ihre Dienste auf Wanderschaft anbieten, kommen oft hierher. Doch auch feste Institutionen wie die „Villa of Dreams“ an der Belecker Landstraße können nicht über zu wenig Kunden klagen.

Dass Warsteins vielleicht bekanntester Amüsier-Tempel derzeit geschlossen ist, ist kein symbolisches Bild für die Situation in der Rotlicht-Szene der rund 27.000 Einwohner großen Wästerstadt. Denn Warstein ist ein viel frequentierter Ort, vor allem für Prostituierte, die ihre Dienste auf Wanderschaft anbieten. 506 Damen waren es im Jahr 2011 kreisweit. Ein nicht ganz unbeträchtlicher Teil davon gastierte auch in Warstein. 

Die WESTFALENPOST sprach mit den Bordell-Betreibern Tanja und Andreas K., die in Soest leben und in Warstein die andere Villa, die „Villa of Dreams“ an der Belecker Landstraße, betreiben. Man verortet die alte Villa nicht gleich als Bordell. Ein kleines leuchtendes Schild „open“ mit grellen roten Lettern und eine rote Lampe über dem Eingang lassen auf den zweiten Blick erahnen, was sich hinter den alten Mauern abspielt.

Die Tür öffnet Marie, die den Presse-Besuch zunächst für gewöhnliche Kundschaft hält. Marie ist 24. Deutsche. Eine quirlige Person. Chefin Tanja K. kommt dazu, bittet uns herein. Im großen Salon sitzt Kim (18) auf einem der roten Antik-Sofas. Sie lacht freundlich und doch zurückhaltend. Es gibt starken Kaffee. Es wird geraucht. „Viele?“ entgegnet Andreas K. auf die Frage nach der im Warsteiner Rotlicht-Gewerbe tätigen Anzahl an Damen, „ich würde sagen, dass es so ungefähr 40 Frauen sind.“

Großes Angebot im Warsteiner Rotlicht-Gewerbe

In Pauschalclubs machen die Damen aus Osteuropa den etablierten Freudenhäusern große Konkurrenz. Foto: ddp

Tatsächlich ist es, verglichen mit Städten ähnlicher Größenordnung, ein großes Angebot. Zwei Probleme erkennen Tanja und Andreas K. in der Szene. Zum einen die große Schwemme an Damen aus Osteuropa, die die Preise drücken und auch nicht davor zurückscheuen in sogenannten Pauschalclubs ihre Frau zu stehen. Clubs, in denen der Gast sich für einen pauschalen Betrag so oft mit den anwesenden Damen vergnügen darf wie er möchte. „Zum anderen ist es die Behandlung der Damen, die mir Sorge macht“, sagt K. „Freunde“, ein beschönigendes Wort für Zuhälter, zögen im Hintergrund vieler Damen häufig noch die Strippen. Druck, Erpressung und Gewalt.

Dem entgegenzuwirken, sei der Antrieb des Ehepaares gewesen, überhaupt ein Bordell zu eröffnen . „Wir müssten das nicht machen. Wir haben noch zwei andere, gut gehende Firmen in anderen Branchen.“ Marie und Kim nicken bestätigend. Sie fühlen sich wohl hier, würden nach eigenen Angaben ihrem liebsten Hobby  nachgehen und dabei auch noch Geld verdienen. „Ich gehe von Tanja nicht mehr weg. Sie war mein Glücksfall“ sagt Marie.

Dortmunds Bordell-Zone

 

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