Das aktuelle Wetter Warstein 7°C
Caritas

„Urlaub ohne Koffer“ bietet Vielfalt

06.07.2011 | 13:03 Uhr
„Urlaub ohne Koffer“ bietet Vielfalt
Zu Gast in der Jagdhütte von Hubert Struchholz: 14 Senioren ließen sich im Rahmen ihres „Urlaubs ohne Koffer“ von dem Jagdaufseher die Hege und Pflege im Revier Heidenheim erklären. Fotot: Susanne Löbbert

Allagen/Niederbergheim.Einen Volltreffer landete die die Caritas Allagen/Niederbergheim im vergangenen Jahr mit ihrer ungewöhnlichen Ferienfreizeit für Senioren unter dem Titel „Urlaub ohne Koffer“. Machten bei der Premiere ein Dutzend Frauen und Männer mit, so haben sich zur Neuauflage in dieser Woche schon 15 Teilnehmer angemeldet.

Die Seele baumeln lassen, mal wieder so richtig ausspannen, Neues kennenlernen und mit anderen Senioren ins Gespräch kommen. Das alles können die „Urlauber“ erleben, obwohl sie aufgrund ihres Alters, gesundheitlicher Probleme oder anderer Gründe eigentlich gar nicht in den Urlaub fahren oder fliegen können. Unter der Leitung der Caritas Konferenz-Vorsitzenden Dorothee Schulte hat ein Helfer-Team wieder ein Programm für fünf abwechslungsreiche Tage vorbereitet.

Bericht über Jagd in Afrika

Nach dem Besuch im Haus Dassel-Museum am Montag erlebte die Gruppe gestern die Natur im Arnsberg Wald. Jagdaufseher Hubert Struchholz erklärte den Gästen in seiner Hütte, „der ehemaligen Jagdhütte vom alten Scharpenseel“, die Jagd im Revier Heidenheim. So erfuhren die Senioren, dass Rotwild nicht bejagt wird, sondern nur das Sika-, Schwarz- und Rehwild. Durch den langen Winter sind die Erstfrischlinge der Wildschweine verhungert und verendet, doch haben die Tiere inzwischen ein zweiten Mal „gefrischt“. „Schwarzwild lässt sich gut bewirtschaften, es ist aber keine Plage“, erläuterte Struchholz. Er zeigte auch einige „Werkzeuge“ für die Jagd, wie „Hirschfänger“ oder „Rüdemann“, große Messer, oder die „Saufeder“, ein Spieß mit eiserner Spitze, der früher zum Erlegen des Wildschweins benutzt wurde. Auch heute noch nimmt Hubert Struchholz die Saufeder mit, wenn Wildschweine im Maisfeld eingekesselt werden, „um mich damit unter Umständen wehren zu können“.

Zum Einstieg in seinen Bericht über die Jagdreise nach Namibia 1995 präsentierte er noch eine stolze Jagdtrophäe: Kopf und Hörner des „Großen Kudu“. Nach seinem spannenden und humorvollen Vortrag lud er die Senioren für nächstes Jahr zu Grill-Wildwürstchen in seine „Hubertus-Hütte“ auf der Hörre ein.

Am Nachmittag ging es für die „Urlauber“ weiter mit unterhaltsamen Spielen und Gedächtnistraining. Als weitere Aktionen stehen heute und in den nächsten Tagen noch auf dem Programm: Schifffahrt auf dem Möhnesee, eine Allagenerin erzählt aus ihrem Leben, Kaffee- und Liedertafel in Gottes freier Natur, Besuch des Kindergartens bei den Senioren, Andacht im Rosenkranzgarten und zum Abschied am Freitag Kaffeetrinken und Gesang.

Rundum-sorglos-Service

Der „Urlaub ohne Koffer“ fängt schon an der Haustür an, denn die Teilnehmer werden abgeholt zum Frühstück im Pfarrheim. Nach dem Mittagessen besteht Gelegenheit zu einer Ruhepause in gemütlichen Liegesesseln. Das rundum-sorglos-Angebot beinhaltet auch Kaffee und Kuchen am Nachmittag sowie den Fahrdienst, der die Senioren wieder nach Hause bringt.

Susanne Löbbert

Facebook
 
Videos die Sie interessieren könnten
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4843564/create

Aktuelle Fotos und Videos
Mit der WLE unterwegs
Bildgalerie
Mitgefahren
Sturmtag in Belecke
Bildgalerie
Tradition
Festlicher Umzug durch Suttrop
Bildgalerie
Schützenfest
Schützen feiern in Suttrop
Bildgalerie
Schützenfest
Aus dem Ressort
Streit um Hund endete mit Todessturz vom Balkon
Gericht
Wegen Totschlags muss sich ein 40-jähriger Warsteiner vor dem Arnsberger Landgericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, am 30. November 2011 einen Mann über das Balkongeländer eines Hauses geworfen zu haben. Dieser verletzte sich dabei so schwer, dass er zwei Wochen später an den Folgen starb.
Mit Geduld am Ende
Bürgerbegehren
Mit ihrer Geduld am Ende sind die Initiatoren des Bürgerbegehrens zum Schutz des Trinkwassers: Am 7. März übergaben Ewald Risse und Gerd Caspary mit einigen Mitstreitern im Rathaus 2380 Unterschriften an Bürgermeister Manfred Gödde. „Die Satzung der Stadt sagt, es muss umgehend ausgezählt werden,