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Warsteiner Herbst

Unterhaltung auch für die „Großen“

05.10.2012 | 07:00 Uhr
Unterhaltung auch für die „Großen“
Aus der Kirmes wird ein Stadtfest: Der Vorstand des Verkehrs- und Gewerbevereins präsentiert das neue Konzept.Foto: Manfred Böckmann

Warstein. In zwei Wochen beginnt – nein, nicht die Warsteiner Herbstkirmes, sondern der „Warsteiner Herbst“, das neue Stadtfest für die Wästerstadt.

„Wie amüsieren sich die Großen“? Diese Frage mag Marktmeister Ulrich Geisler gar nicht so gerne, denn unterschwellig ist damit die Frage nach den großen Fahrgeschäften gemeint. Und die wird es in diesem Jahr nicht mehr geben (wir berichteten).

„Die Großen sollen in die Bierscheune kommen, sich unterhalten und den Markt genießen“, empfiehlt der Marktmeister, „und nicht an Großfahrgeschäfte denken“. Ganz bewusst verzichteten die Organisatoren vom Verkehrs- und Gewerbeverein auf rasante Fahrgeschäfte zugunsten von anderen Angeboten.

Ob es ankommt bei den Warsteinern? „Ich gehe dem entspannt entgegen“, betont Geisler – gibt aber auch zu, dass er nicht weiß, was passieren wird. Zugleich betont er, dass 2012 das Jahr des Umbruchs, bedingt durch den neuen Vorstand im Verkehrs- und Gewerbeverein, ist. Das Gremium beschloss im Frühjahr, die alte Kirmes auf neue Beine zu stellen, den Stadtfest-Gedanken in den Mittelpunkt zu stellen. Das hatte allerdings auch zur Folge, dass die Planungen in diesem Jahr vergleichsweise knapp waren – das soll in den kommenden Jahren nicht mehr so sein.

An Angeboten habe es jedenfalls nicht gelegen: Geisler hätte auch eine Achterbahn nach Warstein holen können („dafür habe ich Belege“) gleichwohl habe er abgesagt, denn solch ein Fahrgeschäft hätte nur mitten auf dem Marktplatz platziert werden können – damit wäre vieles andere verdrängt worden, das den Charme des Stadtfestes „Warsteiner Herbst“ ausmachen soll.

„Schausteller, die nicht kommen können, sind natürlich traurig“, weiß der Marktmeister. Nachdem die Entscheidung gefallen war, keine Kirmes mehr zu veranstalten, seien die Bewerber schnell informiert worden, damit diese sich einen Alternativstandort suchen konnten.

Insbesondere aufgrund immer strenger werdende Auflagen (Abstand, Fluchtwege) seien die Flächen für Fahrgeschäfte begrenzt worden. Mit der Konsequenz: Das, was man unter einer Kirmes versteht und erwartet, „kann Warstein nicht bieten“. Stattdessen sollten die Besucher bummeln, Freunde treffen und die kulinarischen Angebote nutzen. „Das ist der richtige Weg“, ist der Marktmeister überzeugt.

Und das vor allem vor dem Hintergrund immer wieder gehörter Gerüchte, die Veranstaltung werde dieses Jahr ganz ausfallen. „Höher, schneller, weiter – das konnte Warstein noch nie bieten“, weiß der Marktmeister aus Erfahrung. Gleichwohl lockt „natürlich“ auch in diesem Jahr der große Krammarkt am Sonntag und Montag, zieht der Brauerfestumzug durch Warstein am Sonntag Besucher an. Und natürlich braucht niemand auf kulinarische Genüsse wie Würstchen und Mandeln verzichten. Eine Schießbude hat zugesagt, auch im Ballwurf sollen sich Groß und Klein messen können. Geisler: „In der Diplohstraße sind die Reihen geschlossen“; auf dem Marktplatz – mit der Bühne vor der Pankratiuskirche – sowieso.

Christoph Schmitt Nüse, Vorsitzender des Verkehrs- und Gewerbevereins, sieht in dem Fest in diesem Jahr zudem „einen Auftrag für die nächsten Jahre, das auszubauen“, betonte dieser bei der Vorstellung der neuen Pläne. Und auch Ulrich Geisler sieht im neuen Namen die Chance auf mehr Flexibilität. „Warum nicht mal ein Jahr den Warsteiner Herbst als Bauernmarkt feiern?“ Und selbstverständlich kann der Rummel auch mit Fahrgeschäften garniert werden. In diesem Jahr übrigens kommt unter anderem ein „Wellenfliegen“. Klar: Hauptzielgruppe ist der Nachwuchs. Aber auch die Großen dürfen dort eine Runde mitdrehen – und sich amüsieren.

Manfred Böckmann



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