Studentin aus Chile zu Gast in Warstein
18.02.2010 | 11:00 Uhr 2010-02-18T11:00:00+0100
Warstein. Wenn Pamela Fernanda Cano Cortés zurück nach Chile fliegt, wird sie „einen Schock bekommen”, sagt die 23-Jährige. In Chile ist jetzt Sommer mit 30 Grad, in Warstein ist Winter - und dazu noch ein strenger mit Schnee und Eis. Trotzdem hat die Studentin ihren Aufenthalt in Warstein genossen.
„Ich fliege mit zwei Gefühlen nach Chile”, erklärt sie auf Deutsch. Sie spricht mit Akzent, kann sich aber gut verständigen. „Ich freue mich auf meine Familie, aber meine deutsche Familie werde ich vermissen.” Bereits 2003 war die junge Frau aus Santiago/Chile im Rahmen eines Schüleraustauschs zu Gast bei Anne und Martin Geske. Damals hat sie auch zum ersten Mal Schnee gesehen - wenn auch nicht so viel Schnee wie in diesem Jahr.
„Daraus ist eine Freundschaft entstanden”, sagt Gastmama Anne Geske. Dank des Internets haben sie regelmäßig Kontakt. Was man aus einem Austausch macht, habe jeder selbst in der Hand. Ein wenig Glück gehöre natürlich dazu.
Praktikum gemacht
„Bei uns hat es einfach gepasst”, da sind sich Anne Geske und Pamela Fernanda Cano Cortés einig. Sie haben sich gegenseitig ins Herz geschlossen. Anne und Martin Geske haben ihre Gasttochter und deren Familie sogar schon einmal in Chile besucht.
Pamela Fernanda Cano Cortés hat es damals in Warstein so gut gefallen, dass sie unbedingt wiederkommen wollte. Die zielstrebige Pharmazie-Studentin hat ihre Chance genutzt und den Aufenthalt von Anfang Januar bis heute mit einem vierwöchigen Praktikum in der Pankratius-Apotheke bei Rudolf Schünemann verbunden. „Das Praktikum hat mir sehr gut gefallen”, erzählt die 23-Jährige. „Die Kollegen waren nett und sie haben mir viel gezeigt.”
Die übrige Zeit ihres Aufenthaltes in Deutschland hat die Studentin aus Chile dazu genutzt, das Land besser kennen zu lernen. „Wir waren in Köln, Düsseldorf, Eisenach und in Hamburg”, berichtet sie. „Hamburg hat mir besonders gut gefallen.” Das Partyleben in Deutschland hat Pamela mit der Tochter der Familie Geske und einer weiteren Freundin auch schon kennengelernt - im studentischen Münster waren die Mädels unterwegs.
Familienleben
Aber auch die Familie Geske profitiert von dem Besuch der Gasttochter. „Wir kommen aus dem Alltag raus, unternehmen viel zusammen und reden mehr miteinander”, resümiert Anne Geske. „In Chile ist das Familienleben viel ausgeprägter und das bringt Pamela mit.” Wenn Pamelas Mutter aus Chile mit Bild und Ton via Internet in die Küche von Anne Geske zugeschaltet ist und sie ihrer Tochter und der Gastmama Tipps gibt, wie die typisch chilenischen Empanadas (gefüllte Teigtaschen) zubereitet werden, dann nennt man das wohl interkulturelle Kommunikation im Multimedia-Zeitalter.
Wenn Pamela Fernanda Cano Cortés heute zurück nach Chile fliegt, wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zum letzten Mal in Deutschland gewesen sein. Nach dem Studium möchte sie gern für ein Jahr in einem internationalen Pharmazieunternehmen in Deutschland arbeiten. „Deutsch ist eine schwere Sprache und ich möchte mein Deutsch noch verbessern”, sagt sie. Für den beruflichen Werdegang sei es außerdem ausgesprochen wichtig, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Und wer weiß, was die Zukunft bringt: „Ich kann mir schon vorstellen, später mal in Deutschland zu leben.”
11:41
Ich wünsche Dir eine möglichst angenehme Rückreise nach Chile (soweit dies bei knapp 15 Stunden reiner Flugzeit möglich ist). An den chilenischen Sommer gewöhnst du dich sicherlich schneller als nach deiner Ankunft in Deutschland an den hiesigen Winter. :-)
Herzliche Grüße vom Stadtrand Dortmunds
Frank Eschenbeck