Das aktuelle Wetter Warstein 8°C
Statistik

Standesamts-Statistik: Warstein schrumpft weiter

17.01.2012 | 14:17 Uhr
Standesamts-Statistik: Warstein schrumpft weiter
Ursula Müller und Christoph Schmidt stellen die Bilanz des Standesamtes Warstein für 2011 vor.

Warstein.Ungebrochener Negativtrend bei den Geburten – in der jährlichen Standesamt-Statistik geht es aber auch um Hochzeiten und Todesfälle.

In Warstein wurden im vergangenen Jahr 117 Eheschließungen vollzogen. Das sind neun mehr als noch 2010. Hinzu kommen drei Lebenspartnerschaften. Trotzdem ist dies der zweitschlechteste Wert. Ein Blick zurück zeigt dies auf: Der höchste Wert in den vergangenen 20 Jahren lag bei 184 Eheschließungen auf dem Warsteiner Standesamt. Das war 1992; seitdem geht es in der Tendenz abwärts.

Anzahl der Eheschließungen in Warstein von 1991 bis 2011.

Apropos Warsteiner Standesamt: „Das“ Warsteiner Standesamt ist längst nur noch eine Möglichkeit, die Trauung zu vollziehen, betonten die Standesbeamten Ursula Müller und Christoph Schmidt bei der Vorstellung der jüngsten Zahlen. Wer in einem anderem Ambiente heiraten möchte – und bereit ist, ein paar zusätzliche Euro springen zu lassen – kann neben dem Rathaus auch das Haus Kupferhammer oder das Rathaus in Hirschberg wählen (nebenbei: Im Gespräch bleibt ein weiteres Trauzimmer im Möhnetal, um dem Wunsch der dortigen Bevölkerung entgegen zu kommen).

Extra-Kosten

Die 75 beziehungsweise seit September 2011 100 Euro bezahlten im vergangenen Jahr 40 Paare für Haus Kupferhammer und acht für das Rathaus in Hirschberg. Dem Wunsch der frisch Vermählten, am Freitagnachmittag oder Samstag zu heiraten, kamen die Standesbeamten übrigens auch nach; in 14 Fällen wurde am Freitagnachmittag, in sogar 30 Fällen am Samstag geheiratet. Interessant auch: Beliebtester Monat für das Ja-Wort ist auch in Warstein der Dezember. Ob steuerliche Gründe dafür den Ausschlag geben? Die Hochzeits-Experten können da nur raten. Alljährlich unbeliebt sind Januar und Februar – mit jeweils nur zwei Trauungen im Monat.

66 Scheidungen

Wo Licht ist, ist auch Schatten: Die Zahl der beim Standesamt registrierten Scheidungen lag 2011 bei 66. In den beiden Vorjahren waren es jeweils drei weniger gewesen.

Anzahl der Sterbefälle in Warstein von 1991 bis 2011.

275 Sterbefälle wurden 2011 beurkundet, darunter zwei Kriegssterbefälle, die nachbeurkundet wurden. Vor einem Jahr waren es 263, 2009 noch 276. Allerdings sind in diesen Zahlen, bedingt durch das Krankenhaus Maria Hilf, nicht nur Warsteiner enthalten. Einschließlich der Ortsteile verstarben 2011 insgesamt 214 Warsteiner (2010: 202, 2009: 209). Während im vergangenen Jahr in Waldhausen kein Sterbefall zu bilanzieren ist, waren es in Warstein 70, in Suttrop 52.

Die meisten der 2011 in Warstein Gestorbenen waren zwischen 80 und 89 Jahre alt (112 Fälle), gefolgt von den 70- bis 79-Jährigen (65). Bei den Über-100-Jährigen gab es einen Sterbefall.

Eine Zahl, die seit Jahren die Friedhofsplaner alarmiert: Im vergangenen Jahr wurden in 64 Prozent der Sterbefälle die Feuerbestattung gewählt. Die Zahl steigt kontinuierlich: Waren es 1999 noch 12 Prozent und 2007 immerhin schon 48 Prozent, lag der Wert in den Folgejahren bereits bei 56 und 57 Prozent. Kosten für das Grab, aber auch fehlende Angehörige für dessen Pflege vermuten die Standesbeamten als Hauptgründe dafür.

188 Bürger weniger

Alle Zahlen zusammengenommen zeigen, dass Warstein weiter geschrumpft ist: Lebten zum Jahresbeginn 2011 noch 28 349 Bürger in Warstein, waren es zum Jahresende mit 28 161 immerhin 188 weniger. Dabei ist das Geschlechter-Verhältnis (13 447 Männer und 13 608 Frauen) fast ausgeglichen. 5781 Männer sind ledig, 828 geschieden. Bei den Frauen sind 4572 ledig, 927 geschieden.

Ein Blick zurück in die vergangenen Jahrzehnte zeigt, dass Warstein früher noch wuchs: Vor zehn Jahren, 2001 stieg die Bevölkerungszahl um 35 auf damals 30 374. Noch weitere zehn Jahre zurück: Damals stieg der Wert sogar um 379 Personen. Zum Jahresende wohnten 29 617 Männer und Frauen in Warstein.

Manfred Böckmann

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6254660/create

Aktuelle Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Komasaufen war out - Keine Alkohlexzesse der Jugend im Kreis
Kreisjugendschutz
Ein positives Fazit zieht der Kreisjugendschutz Soest nach den Karnevalstagen. Das Komasaufen unter den Jugendlichen war in diesem Jahr offenbar out. Fröhliche Feiern im gesitteten Rahmen standen im Vordergrund. Dort, wo die Kontrolleure vom Jugendschutz auftauchten, gab es keine Alkoholexzesse.
Randalierer an Rosenmontag in Belecke und Warstein
Polizeibilanz
Drei Führerscheine kassierte die Polizei im Kreis Soest nach Blutproben in den tollen Tagen ein. Weitere Bilanz aus der Karnevalszeit: In Belecke nahm die Polizei am Rosenmontag einen Randalierer zur Ausnüchterung mit. An der Sauerlandhalle in Warstein schlichteten die Beamten eine Schlägerei.
Foto