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Steinflug

Staatsanwalt braucht Zeit

16.03.2011 | 18:12 Uhr
Staatsanwalt braucht Zeit
Ein Zehn-Kilo-Gesteinsbrocken landete in der Pferdewiese am Ende der Sackgasse Röntgenweg, wenige Meter von den Wohnhäusern entfernt. Der Steinflug beschäftigt die Staatsanwaltschaft in Arnsberg.

Warstein.Knapp neun Wochen nach dem „Warsteiner Steinflug“ beginnt die Staatsanwaltschaft in Arnsberg jetzt mit der Befragung von Zeugen. Das hat Staatsanwalt Klaus Neulken, der die Ermittlungen leitet, bestätigt.

„In den nächsten Tagen werden die ersten Zeugen vorgeladen“, sagte er am Mittwoch zur WAZ-Mediengruppe. Das werde nach seiner Einschätzung eine erhebliche Zeit in Anspruch nehmen. Neulken: „Wir werden ganz viele Zeugen vernehmen müssen. Und dazu werden wir uns ausreichend Zeit nehmen.“ Zudem prüfe man derzeit noch, ob nicht auch noch ein Gutachten über den Steinflug am 12. Januar in Auftrag gegeben werden müsse: „Dazu wird es noch Absprachen mit der Bezirksregierung geben.“

„In Ruhe abarbeiten“

In jedem Fall werde die Staatsanwaltschaft den Vorfall „in Ruhe abarbeiten“. Ohnehin hat Staatsanwalt Klaus Neulken den Eindruck, dass der Rummel um den Steinflug ein wenig groß ist: „Deshalb möchte ich mir auch die Zeit nehmen, um hier in Ruhe ermitteln zu können.“ Bis es eine Einschätzung der Justizbehörde zu dem Vorfall gebe, werde es daher noch einiges dauern. Frühestens im Mai, so seine Einschätzung, könnten Erkenntnisse vorliegen.

Am Mittwoch, 12. Januar, waren bei einer Sprengung der Brühne-Gruppe einzelne Steine unkontrolliert bis zu 600 Meter weit geflogen. Im Röntgenweg hatten Anwohner einen fußballgroßen Brocken vor ihren Häusern gefunden. Ziemlich schnell hat sich herausgestellt, dass eine unsachgemäß ausgeführte Sprengung der Firma Brühne der Auslöser war. Besonders fatal: Auf der Parzelle „Morgensonne“ (Steinbruch „Kupferkuhle“) durfte Brühne gar nicht mehr sprengen, nachdem die Stadt die Pachtverträge fristgerecht zum 1. Januar 2010 gekündigt hatte.

Tief enttäuscht

Als Reaktion auf das Ereignis hat Brühne seinen Betriebsleiter Dr. Heinz Bauer von seinen Aufgaben entbunden und „vorläufig beurlaubt“. In einem Gespräch mit Bürgermeister Manfred Gödde soll Firmeninhaber Heinrich Brühne erklärt haben, er sei von seinem Betriebsleiter tief enttäuscht. Gödde: „Brühne hat von Vertrauensbruch gesprochen.“ Bei der Staatsanwaltschaft sind in den Tagen nach dem Steinflug zahlreiche Anzeigen wegen Diebstahl und Sachbeschädigung eingegangen - unter anderem von Anwohner, der Stadt Warstein und der Bezirksregierung.

Hans-Albert Limbrock

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