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Spannendes vom Modellballonpiloten

07.09.2010 | 12:00 Uhr
Spannendes vom Modellballonpiloten
Montgolfiade: Jupp Hein aus Meschede erklärt Kindern der Liobaschule anhand eines Modellballons, wie ein Heißluftballon funktioniert

Warstein.Wenn Jupp Hein erzählt, wie die Ballonfahrer den Wind prüfen, bevor sie losfahren, hängen die Kinder an seinen Lippen. Seit sechs Jahren erklärt der pensionierte Fahrschullehrer aus Meschede Kindern, wie die Ballonfahrt funktioniert.

So auch jeden Tag dieser Woche auf der Montgolfiade. Mit Karten und Kompass erklärte Jupp Hein am Dienstag den Kindern der Klassen 3a und 3b der Liobaschule, wohin ein Ballon bei welcher Windrichtung fahren wird. Gestern herrschte Ostwind. Wohin ging es also für die Ballonfahrer, die frühmorgens gestartet waren? „Nach Westen!“

Bei der Montgolfiade 2002 war es, dass Jupp Heins ­Interesse am Ballonfahren aufkeimte. Nachdem der heute 68-Jährige die Leitung seiner Fahrschule in Meschede aufgegeben hatte, blieb Zeit für das Hobby. „Und dann ist mir aufgefallen, dass Kinder bei solchen Veranstaltungen immer eher weggejagt werden, weil es zu gefährlich sei“, so Hein. „Die Modellballone schienen mir für sie gut zum Demonstrieren zu sein. Kinder interessiert ja alles, was mit Technik zu tun hat.“

Gestern zumindest traf das voll zu: Alle Kinder passten gut auf und blieben auch bei der Sache, als Hein ihnen von den Anfängen der Ballonfahrt erzählte. Darüber hatten die Schüler sogar schon etwas in der Schule gelernt: „1783“, schallte es dem Modellballonpiloten auf die Frage entgegen, wann denn der erste Ballon in die Luft gegangen sei.

Nach dem kurzen Ausflug in die Vergangenheit wurde es ganz praktisch: Hein zeigte, woraus ein Ballon gemacht ist „Durch die Nylonhülle kommt keine Luft. So kann sich der Ballon aufblasen.“ Gesagt, gezeigt: Mit einem Ventilator pustete Hein Luft in einen bunten Modellballon, danach heißes Gas - der Ballon richtete sich schon langsam auf. Um einen Ballon draußen aufsteigen zu lassen, war es gestern zu windig. Stattdessen ging es in die Halle, in der ein niederländisches Modellballonteam einen Ballon komplett mit Korb ein paar Meter unter die Decke steigen ließ. Jubel bei den Schülern.

„Das ist für mich das Schönste, die leuchtenden Augen der Kinder“, sagt Jupp Hein. Dafür gibt er regelmäßig „Ballonkurse“, war zuletzt auf der Kieler Woche, dann vier Wochen in den Niederlanden. Im Winter tourt er mit seinen Modellballonen durch die Alpen. Ehrenamtlich. Wie bei der Montgolfiade, täglich bis Freitag. Am Donnerstag sei noch Platz für eine Gruppe - „sonst komme ich auch gern in die Klasse.“ Die Kinder werden bestimmt zuhören.

Linda Fischer

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