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Senioren auf Weltreise mit Global Player

19.01.2012 | 17:19 Uhr
Senioren auf Weltreise mit  Global Player
Zu Gast bei der Firma Infineon Technologies: Die CDU Mitglieder hörten in der Kantine des Unternehmens den Vortrag von Firmensprecher Jörg Malzon-Jessen.

Belecke.   125 Besucher folgen CDU-Einladung zum Infonachmittag bei Infineon / Malzon-Jessen: Familien junger Ingenieure ziehen oft nicht mit

Die Senioren-Vereinigung im CDU-Stadtverband hatte zu einem Besuch bei der Firma Infineon eingeladen und die Organisatoren waren überrascht von der enormen Resonanz. „Wir hatten mit 25 gerechnet,“ sagte Karl-Heinz Hilker, doch etwa 125 interessierte Bürger nahmen die Gelegenheit wahr, Informationen zu den Nachfolgeunternehmen der AEG aus erster Hand zu erhalten. Sie gingen mit dem Global Player auf eine kleine Weltreise.

Mit 1700 Mitarbeitern gehört der Standort Warstein-Belecke von Infineon zum größten Arbeitgeber im hiesigen Raum und ist weltweit Marktführer von Leistungshalbleitern in Bahnantrieben, Motorsteuerungen, modernen Windkraftanlagen, aber auch in der viel diskutierten Energieübertragung in Stromnetze. Der Umweltschutz und das Energiesparen sichern hohe Zukunftsperspektiven zu. Auch in der Medizin- oder Licht-Technik mischt das Unternehmen mit.

„Infineon setzt Weltstandards“, sagte Unternehmenssprecher Jörg Malzon-Jessen, die er anhand von Beispielen vorstellte: Im U-Bahn-Netz von New York sind Bauelemente aus dem Belecker Werk eingesetzt, die 30 Jahre halten müssen. Dazu unterhält Infineon Testreihen, in denen die Lebensdauer von Modulen simuliert wird. „In New York haben unsere Produkte bereits zwei Drittel geschafft.“ Seinen Qualitätsanspruch hält das Unternehmen hoch. Warstein ist einer der wenigen Standorte, an dem Entwicklung, Produktion und Vertrieb in einer Hand liegen.

In Zusammenarbeit mit Maschinenbau-Firmen entwickeln die heimischen Ingenieure und Physiker ihre Fertigungsanlagen, die zudem „top secret“ sind. Aber das Wissen und Machbare der Altvorderen, den Pionieren auf dem Gebiet der Halbleiterentwicklung und -Produktion der AEG, wird nach wie vor eingesetzt, was so manchen anwesenden Pensionär der AEG gefreut haben mag.

Karl-Heinz Hilker und Jörg Malzon-Jessen begrüßen die Gäste.„Müssen weiter bauen“

Der Platzmangel, sowohl an Fabrikationsräumen als auch Parkplätzen, wurde angeschnitten. Obwohl in dem neuen mehrstöckigen Betriebshaus am Möhnefluss 500 Mitarbeiter beschäftigt werden, die in vier Schichten tätig sind, „benötigen wir weitere Räume zur Produktherstellung,“ berichtete Jörg Malzon-Jessen. „Wir müssen weiter bauen“, wobei das Industriegebiet Nord auch schon von Infineon aufgegriffen wurde. Wenn das Unternehmen nun so boomt, so lebendig ist, so viele jüngeren Mitarbeiter in ihren Reihen hat, „warum zieht dann kaum jemand nach Warstein oder Belecke?“, wurde gefragt. Das fehlende kulturelle Angebot sei es nicht alleine, der Wohnungsmangel sei es, was die Zuhörer aufhorchen ließ. Die jungen Ingenieure und ihre Familien möchten in Neubauwohnungen einziehen, „von Altbauten und alten Einfamilienhäusern halten sie nichts“. Wohnungsbau in Warstein: Fehlanzeige, weil Wohnraumbedarf bisher mit dem Bau eines Eigenheims abgedeckt wurde. So nehmen die Mitarbeiter tägliche Anfahrten von Hamm, Dortmund, Paderborn — Lippstadt und Soest sowieso — und anderenorts in Kauf.

AEG-Pensionäre, die einst aus Großstädten nach Belecke kamen, hatten, wie einige berichteten, auch dieses Problem: Die Ehefrau wollte nicht in Warstein leben, aber dem Ehemann zu Liebe ging man mit. Heute sagen diese Frauen meistens: Ich will hier nicht mehr weg!

Betty Römer-Götzelmann

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