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Pilze

Schmackhafter Flockenstieliger Hexenröhrling

30.08.2011 | 22:00 Uhr
Schmackhafter Flockenstieliger Hexenröhrling
Auf Pilzsuche im Wald mit Pilzexperte Dietrich Smolinski

Hirschberg.Die Invasion der Körbchenträger in den heimischen Wäldern bleibt in diesem Jahr aus. Pilze sind Mangelware. Schuld daran ist das trockene Frühjahr. Pilz-Sachverständiger Dietrich Smolinski hat uns trotzdem mit in den Wald genommen und erklärt, wie Pilze eigentlich „ticken“.

Wenn Dietrich Smolinski über den Waldboden an der „Inner“ zwischen Hirschberg und dem Möhnetal läuft, geht sein „Scanner“ an. Von der jahrelangen Arbeit im Wald sehen Smolinskis Augen den heranwachsenden Fruchtkörper eines Pilzes zwischen Laub und Geäst so gezielt wie ein Bussard, der einen Acker aus der Luft nach einer Maus durchsucht. „Ach, da ist ja schon wieder einer“, ruft Smolinski. Und dieser war jetzt wirklich kleiner als sein Taschenmesser.

Wir fragen den einzigen Pilzsachverständigen des Sauerlandes, warum der Wald im Gegensatz zum vergangenen Jahr so pilzleer ist. „Das lag am Frühjahr. Es ist nicht genug Wasser in die unteren Bodenschichten eingedrungen“, sagt Smolinski.

Mehr als 500 Pilzarten

Derzeit seien vor allem die Pilze zu sehen, die ihre fadenförmigen Zellen, die Myzelien, oberirdisch ausbilden. Die Geflechte der Mykhorriza-Pilze — eine Symbiose zwischen Pilzen und Pflanzen — liegen hingegen weit im Boden. Zu ihnen gehören die beliebtesten Speisepilze und begehrten Sammel-Exemplare.

Lärchen-, Gold-, oder Maronenröhrlinge können sich auf den Waldböden der Region aktuell gut behaupten. „Sie haben flache, nicht so weit in den Boden reichende Myzelien und sind somit ganz gut mit Wasser versorgt“, sagt Smolinski.

Röhrlinge seien laut Smolinski die meistgesuchten Speisepilze. „Mein Favorit ist der Flockenstielige Hexenröhrling. Der schmeckt noch besser als der Steinpilz“, so der Experte. Auf Smolinskis humaner Festplatte sind rund 500 Pilzarten gespeichert. Sowohl die deutschen als auch die lateinischen Bezeichnungen.

Der Experte rät vor allem jetzt, wo es in den Wäldern keinen Pilzüberschuss gibt, nur zu sammeln, was man auch wirklich kennt. „Nehmen Sie ein Bestimmungsbuch mit in den Wald und versuchen Sie, den Pilz genau zu identifizieren. Erst dann sollten Sie ihn einsammeln.“ Zudem sollte man die Finger von einem Pilz lassen, wenn man Löcher im Stiel feststellen sollte. „Das kann ein Maden- oder Larvenbefall sein. Man sollte diesen Pilz dann lieber im Wald lassen“, so der Experte.

Pilze, die sich zügig blau verfärben, sobald man mit sanftem Druck auf den Stiel oder den Hut drückt, seien nicht giftig. „Sie enthalten den Stoff Boletin und der oxidiert bei Berührungen mit Sauerstoff. Deshalb gibt es die Färbung“, sagt Smolinski.

Mike Fiebig

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