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Rheinkalk zieht Übernahme-Pläne für Firma Brühne in Warstein zurück

13.11.2012 | 19:00 Uhr
Rheinkalk zieht Übernahme-Pläne für Firma Brühne in Warstein zurück
Steinbruch Brühne Warstein : PiusbergFoto: Tanja Frohne

Warstein.   Der Branchenführer Rheinkalk hat seine Übernahme-Pläne der Firma Brühne aufgegeben. Nach der Insolvenz der Steinabbruch-Firma hat Rheinkalk offenbar kein Interesse mehr. Oder spekuliert auf eine schnelle Abwicklung der zahlungsunfähigen Firma aus Warstein.

Die Übernahme der insolventen Steinabbau-Firma Brühne durch den Konkurrenten Rheinkalk ist geplatzt. Das laufende Hauptprüfverfahren beim Bundeskartellamt wurde aufgegeben, wie Pressesprecher Kay Weidner auf Anfrage bestätigte.

„Die Anmeldung des Übernahme-Vorhabens wurde von der Firma Rheinkalk am 7. November zurückgenommen“, erklärte Weidner. Das Verfahren, das im Mai beantragt worden war, wurde bereits bis Ende November verlängert, nachdem Brühne-Kunde Calcis Beschwerde eingelegt hatte, weil es eine marktbeherrschende Stellung von Rheinkalk fürchtete.
Nun hat die Anfang November bekannt gewordene Insolvenz von Brühne offenbar dafür gesorgt, dass Rheinkalk einen Rückzieher macht, auch wenn das Unternehmen einen Zusammenhang nicht bestätigen wollte. „Wir haben dem Bundeskartellamt mitgeteilt, dass wir an dem Verfahren nicht länger festhalten werden“, so ein Sprecher der Rechtsabteilung von Rheinkalk, „das war eine gemeinsame Entscheidung der Geschäftsführung, die mit der Insolvenz unmittelbar nichts zu tun hat.“

Nicht auszuschließen ist jedoch, dass Rheinkalk nach wie vor Interesse an Brühne hat, nun aber auf anderen Wegen die Übernahme regeln will. Bereits Mitte Oktober kursierten Gerüchte, wonach Rheinkalk einen „Zusammenschluss“ durch die Hintertür versuchen könnte. Das wäre möglich, wenn der Brühne-Umsatz unter fünf Millionen Euro liegen würde. Für diesen Bereich ist das Kartellamt nicht mehr zuständig. Dazu hätte sich Brühne von einigen lukrativen Lieferverträgen trennen müssen.

Einstieg von Rheinkalk vielleicht später?

Möglicherweise hofft Rheinkalk nun auf eine rasche Abwicklung der insolventen Firma. Sollte eine Sanierung des Unternehmens nicht in Frage kommen, könnte Rheinkalk erneut eine Rolle spielen: Als meistbietender Käufer könnte der Branchenriese dann Brühne zu einem möglicherweise wesentlich günstigeren Preis übernehmen. Dann dürfte auch Brühne-Kunde Calcis wieder ganz genau hinschauen, denn das Steinverarbeitungs-Unternehmen würde Brühne selbst gerne übernehmen.

Bei Brühne selbst wollte man sich am Dienstag zu der gescheiterten Übernahme nicht äußern. Unternehmens-Sprecherin Annette Fischer: „Das werden wir aktuell nicht kommentieren.“ Brühnes Konkurrent Westkalk überraschte die Aufgabe des Verfahrens nicht: „Damit konnte man rechnen“, meinte Pressesprecher Ewald Prünte.

Ob Westkalk nun seinerseits bei Brühne einsteigen wird, ist allerdings völlig offen. „Wir verhandeln derzeit nicht“, sagte Prünte, „es ist nicht absehbar, welche Bedeutung das laufende Insolvenzverfahren bei Brühne haben wird.“ Man werde sich das Verfahren in aller Ruhe anschauen und abwarten. Westkalk hatte einst selbst Interesse bekundet, Brühne zu übernehmen, sich angesichts des hohen Preises, aber von der Idee verabschiedet.

Anna Gemünd



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