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Karneval

Nicolai und Ina Kraft regieren die Narren

01.02.2010 | 13:50 Uhr

Warstein. „1, 2, 3, Warsteiner Narren sind immer dabei!” So lautete in diesem Jahr anlässlich 123 Jahre Karneval in Warstein das Thema, unter dem die Warsteiner Närrinnen und Narren ausgelassen feierten und ihr neues Prinzenpaa Nicolai und Ina Kraft begrüßten.

Nachdem der Fanfarenzug aus Erwitte mehrmals mit Trompeten das Prinzenpaar gerufen hat, rührte sich nichts in der gut besuchten Sauerlandhalle. Die Spannung stieg. Als die Liveband „Lucky 7” versuchte, mit einem Einmarsch das neue und noch unbekannte Prinzenpaar zu locken, bewegte sich die Schlange der aktiven Karnevalisten, die das Prinzenpaar durch die Halle begleiteten.

Zum Vorschein kamen am Ende der langen Reihe Prinz Nicolai mit seiner Prinzessin Ina aus dem Hause Kraft. Die neuen Regenten brachten von Anfang an den Saal zum Toben. Besonders jubelte die große Abordnung der Warsteiner Bürgerschützen, die sich unter den Närrinnen und Narren befand, dem neuen Prinzen und gleichzeitigem Schützenbruder Nicolai kräftig zu. Nicolai und Ina pflegen schon viele Jahre ihre Beziehungen zum Karneval. Beide sind Mitglied der „Spezialisten”. Prinz Nicolai fand im Jahre 1989, bei seiner ersten Teilnahme am Rosenmontagszug, Gefallen am Karneval und ist seitdem ein begeisterter Narr. Prinzessin Ina ließ sich schon im Jahre 1986 für den Karneval begeistern und wirkte aktiv in der JUKA Kindergarde Belecke mit. Heute trainiert sie die Kindergarde der GWK.

So überraschend der Auftritt des neuen Karnevalprinzenpaares für einige auch war, die Rede des neuen Prinzen kam noch überraschender. Auf seine ganz eigene Art und Weise teilte der Prinz und gleichzeitig Schalkefan den Närrinnen und Narren im Saal mit: „Es ist für uns eine Ehre hier oben stehen zu dürfen. Ich bin davon überzeugt, dass wir ein schönes Jahr haben werden. Lasst uns einfach feiern in unserem schönen Warstein.”

Nun hieß es für die alten Regenten, Frank und Simone Hohmann, die vor der Enthüllung des neuen Prinzenpaares noch die Zeit auf der Bühne genossen, Abschied zu nehmen. So übergab Frank seinen Regentenstab an seinen Nachfolger, Simone überreichte Prinzessin Ina einen schönen Blumenstrauß.

Bürgermeister Manfred Gödde zeigte sich vom neuen Prinzenpaar wieder einmal begeistert und überrascht. Auch in diesem Jahr fiel ihm der passende Spruch für das Prinzessinnenkleid ein. „Ein wunderschönes Blau, Genauer gesagt ein original „BG-blau”, betonte Gödde. Im Anschluss gratulierten auch die Karnevalisten aus Effeln sowie die Wispelten aus Niederbergheim dem neuen Prinzenpaar.

Von den Wetten die über das neue Prinzenpaar abgeschlossen wurden, sagte Petra Enste, ebenfalls Trainerin der Kindergarde, dass sie Hasenohren bekommt, wenn Ina die neue Prinzessin wird. Dummerweise nahm sich Horst Wieskemper ihre Aussage zu Herzen und verpasste ihr so auf der Bühne ein paar Hasenohren.

Karneval in Warstein.

Neben dem Höhepunkt des Abends stellte die GWK auch in diesem Jahr ein buntes und karnevalistisches Programm auf die Reihe. Präsident Horst Wieskemper führte mit Vizepräsident Uli Figur durch das närrische Programm. Die ersten, die schon zu Anfang der Sitzung für Stimmung sorgten, waren die Jungs der Jugendprinzengarde sowie ein Showauftritt von Freunden des bis dahin noch amtierenden Prinzenpaares Simone und Frank Hohmann. Als Dankeschön für die beiden begaben sich die Freunde auf eine Reise durch Mexico, die USA, durch Russland und zuletzt auf den Mond. Mit ganz viel Pfiff und Feuer zog die Büttrednerin Melanie Mimberg aus Niederbergheim, die auch als „Tina, das freche Aß aus Arnsberg” bezeichnet wird, alle Närrinnen und Narren in ihren Bann. Unter den Avon-Beraterinnen hatte sie den ersten Preis gewonnen, eine Ballonfahrt bei der Warsteiner Montgolfiade. Im Vorfeld musste sie dafür die Frage beantworten, wie viele Fußballspieler in einer Mannschaft sind und war dann mit ihrer Antwort von 13 am nächsten dran. So startete sie ihre Ballonfahrt und sang „Manni, Manni, Manni komm und hilf mir aus der Not”, als die Fahrt drohte ins Wasser zu fallen. So war Manfred Gödde in ihren Erzählungen der Retter und begleitete sie während der Fahrt mit dem Heißluftballon. Auf ihrer erlebnisvollen Reise verdeutlichte die freche Tina Manfred Gödde aus der Luft, an welcher Stelle jetzt die Umgehungsstraße hätte sein können und sie beobachteten von oben berühmte Wanderer am Lörmecketurm die aussahen wie Nacktschnecken.

Ein Überraschungsauftritt war der des Bauhofballetts, welches die Vorstellungen von Ewald Risse über die Arbeitsmoral der Bauhofmitarbeiter widerspiegelte. Ein amüsanter Auftritt der Männer in ihren orangenen Uniformen, die ihrer Arbeit mit Ruhe und Gelassenheit nachgehen.

Auch die Rennschnecken, die aus Elferratsfrauen sowie ehemaligen Elferratsfrauen oder Trainerinnen bestehen, sorgten mit ihren leuchtenden Kostümen im Schwarzlicht wieder einmal für Aufsehen. Sie nahmen sie die Närrinnen und Narren mit auf eine Reise durch die Musikjahre. Der Mariechentanz vom Solomariechen Maria Angela Loglisci ließ die Gäste der Kappensitzung auf ihren Plätzen nicht still sitzen.

Büttredner „Ipschi der Krakähler” aus Anröchte, hat eine Schwiegermutter die einen auf Bildzeitung macht und jetzt täglich erscheint und erläutert das Wort „Mode” mit „Männer opfern die Ersparnisse”. Auch ihn wollte das Publikum nicht so schnell von der Bühne lassen und verlangte noch einige Zugaben. Der neue Schautanz „Hurra, hurra die Schule brennt”, der Kindergarde sowie der Schautanz „Amadeus”, der Seniorengarde waren auch in diesem Jahr wieder richtige Hingucker.

„Warstein Project”, bestehend aus Helmut Hiegemann, Detlef Holzhauer und Burkhardt Ochel hatten sich auf die Fahne geschrieben, alte Warsteiner Heimatlieder zu erhalten und zu verbreiten.

Im Laufe der Sitzung konnte Präsident Horst Wieskemper zwei Ehrungen vornehmen. Kristina Klare war vor 11 Jahren Kinderprinzessin. Kinderprinz Michael Schaffstein war am Samstag nicht dabei. Beatrix Gerlach feiert in diesem Jahr das 25-jährige Prinzessinenjubiläum.

Katrin Appelhoff

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