Das aktuelle Wetter Warstein 19°C
Müll

Neues Siegel soll bei Bürgern für Klarheit sorgen

23.02.2013 | 09:30 Uhr
Neues Siegel soll bei Bürgern für Klarheit sorgen
Die Vertreter der Kommunen, des Kreises, der ESG sowie der beteiligten Wohlfahrtsverbände freuen sich über das neue Kooperations-Siegel für die karitativen Altkleidercontainer im Kreis Soest: (vorne von links) Alfons Matuszczyk, Kreis Soest, Nikolaus Windsheimer, ESG, (hinten von links) Klaus Bartelsmeier, DRK-Kreisverband Lippstadt-Hellweg, Michael Lindner, DRK-Kreisverband Lippstadt-Hellweg, Hans-Dieter Laub, Baubetriebshof Lippstadt, Dr. Hans-Jürgen Thomas, DRK-Kreisverband Lippstadt-Hellweg, Ulrich Günther, Kommunale Betriebe Soest, Thomas Müller, Kolpingwerk, Gerd Teicher, Malteser Hilfsdienst, und Christian Schlichter, Malteser Hilfsdienst.Foto: Wilhelm Müschenborn/Pressestelle Kreis Soest

Warstein / Kreis Soest.   Die Altkleidersammlung in Warstein und dem gesamten Kreis Soest liegt künftig auch ganz offiziell in den Händen der caritativen Organisationen. Damit schafft man Klarheit gegenüber gewerblichen Anbietern.

Es sind nicht nur die meist gammligen Wäschekörbe, die bisweilen plötzlich und ungefragt im Vorgarten oder vor der Haustür stehen – mit einem eingeklebten Zettel als Inhalt, man sammele alte Kleider und Schuhe ein. Ein paar Tage später werde man die Körbe wieder abholen. Auch Sammelcontainer werden für diesen Zweck aufgestellt. Eine Unterstützung für caritative Zwecke ist damit jedoch nicht verbunden.

Diesem zunehmenden Wildwuchs soll nun ein Ende bereitet werden. Dazu wurde jetzt für den gesamten Kreis Soest eine Vereinbarung in Sachen Altkleidersammlung schlägt zwischen Kreis, Kommunen und der Entsorgungswirtschaft Soest (ESG) mit den drei Wohlfahrtsverbänden Deutsches Rotes Kreuz (Kreisverbände Hellweg-Lippstadt und Arnsberg), Malteser Hilfsdienst (Diözesanverband Paderborn) und Kolpingwerk (Arbeitsgemeinschaft des Kolpingwerkes und der Kolpingfamilien) geschlossen. Damit würden, so ist man beim Kreis überzeugt, „mehrere Fliegen mit einer Klappe“ geschlagen.

Aus Sicht der Kooperationspartner entsteht so nämlich ein zuverlässiges wie leistungsfähiges System (einschließlich möglichem Ausbau des Containernetzes), bremst die gewerblichen Altkleidersammler aus und verspricht den Wohlfahrtsverbänden eine verlässliche Einnahme.

„Außerdem schaffen wir klare Verhältnisse“, betont Landrätin Eva Irrgang. „Die Vereinbarung gibt den Bürgern die Sicherheit, dass ihre Altkleider in geordnete Verwertungswege gelangen und tatsächlich gemeinnützigen Zwecken dienen.“ Dazu dient ein Siegel, der auf allen Containern, die zu der Kooperationsvereinbarung gehören, kleben wird. Ein klares Bekenntnis: Diese Sammlung findet rechtmäßig statt.

Das neue Kooperations-Siegel wird künftig die Altkleider-Container kennzeichnen, die von karitativen Verbänden in Kooperation mit dem Kreis Soest betrieben werden. Die Aufkleber werden in den nächsten Wochen, sobald es die Witterung zulässt, nach und nach auf 300 Containern der Wohlfahrtsverbände angebracht. Foto: ESG

Bisher sieht es nämlich nach Erkenntnissen der ESG ganz anders aus. Abgesehen von den Körbe-Sammlungen werden mindestens zwei Drittel der gewerblichen Stellplätze ohne Erlaubnis genutzt. Konkret: Kreisweit sollen fast 200 „gewerbliche“ Altkleider-Container an über 100 Standorten stehen. DRK, Kolping und Malteser sind zurzeit an rund 200 Standorten mit insgesamt 300 Altkleidercontainern vertreten. Sie sammeln dort rund 1.500 Tonnen jährlich. Je Einwohner fallen im Kreis Soest jährlich zwischen fünf und zehn Kilogramm ausgediente Kleider, Schuhe und Textilien an. In Warstein werden derzeit 29 Container caritativer Organisationen betrieben; zudem entdeckten Mitarbeiter der ESG bei Kontrollen drei illegale Sammler (an der Möhnestraße in Sichtigvor sowie zwei an der Alten Kreisstraße in Suttrop), berichtet Gaby Raulf vom städtischen Betriebshof auf Nachfrage. Ob letztere auf städtischem Grund stehen oder auf Privatflächen (das Aufstellen dort ist nicht verboten), wurde nicht geprüft.

Für die Sammlung ist eine Erlaubnis nötig, die Firmen jedoch nicht erteilt wurde. Immerhin gibt es Firmen, die sich zumindest um eine Genehmigung bemühen wollten. So hatte eine Firma Anfang Dezember 2010 den Antrag gestellt, bei allen Glascontainern im Stadtgebiet Altkleidercontainer aufzustellen. Die deutliche Meinung der Verwaltung angesichts der vorhandenen „legalen“ Container: „Daher sollten die bisher nicht belegten Stellplätze frei gehalten werden, falls von gemeinnützigen Einrichtungen entsprechende Anträge gestellt werden. Private Firmen sollten keine Genehmigung erhalten.“

Einer der Gründe für die nun abgeschlossene Kooperation, die der Kreis in die Hand genommen hat, ist das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz. Danach sollen sich die Kommunen noch mehr um eine getrennte Erfassung und anschließende Verwertung von Wertstoffen kümmern. In der Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzeptes stechen dabei die Klein-Elektro/Metall-Sammlung über Depot-Container und die Altkleidersammlung heraus.

Diesen Part übernehmen auch in Warstein traditionell nicht die Stadt, sondern die örtlichen freien Wohlfahrtsverbände, und damit ihre gemeinnützige Tätigkeit zu finanzieren. Gut erhaltene Kleidung und Schuhe werden in zertifizierten Betrieben für verschiedene Länder sortiert und exportiert. Was sich nicht mehr zum Tragen eignet, wird als Rohstoff für Schall- und Wärmedämmung, Türverkleidungen und Teppichböden verarbeitet.

Im Gegensatz zu anderem Sammelgut offenbar eine noch immer lukrative Angelegenheit: „Städte und Gemeinden haben über zunehmenden Wildwuchs gewerblicher Altkleidersammlungen berichtet“, so Alfons Matuszczyk, Abteilungsleiter Umwelt des Kreises. „Ein wohltätiger Zweck wird häufig lediglich vorgetäuscht. Wegen der hohen Verkaufserlöse gelangen die Altkleider auf undurchsichtigen Wegen in Drittländer.“ Dabei ist laut Gesetz klar, dass die Verantwortung in den Händen der Kommunen beziehungsweise des Kreises liegt. Organisiert wird die Kooperation mit den Wohlfahrtsverbänden von Kreis und ESG und in enger Abstimmung mit ihnen.

Abgesprochen ist, dass künftig die „legalen“ Container in erster Linie an den von den Kommunen eingerichteten und regelmäßig gereinigten Containerstandorten stehen sollen. Für deren Aufwand fließt ein kleiner Teil der Vermarktungserlöse in die Abfallgebühren zurück.

 

Manfred Böckmann

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
Der Festumzug in Belecke
Bildgalerie
Schützenfest 2016
Schützenfest in Allagen
Bildgalerie
Brauchtum
Tag der offenen Tür
Bildgalerie
Kläranlage Warstein
Schützenfest in Mülheim
Bildgalerie
Impressionen
article
7647634
Neues Siegel soll bei Bürgern für Klarheit sorgen
Neues Siegel soll bei Bürgern für Klarheit sorgen
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/warstein/neues-siegel-soll-fuer-bei-den-buergern-fuer-klarheit-sorgen-id7647634.html
2013-02-23 09:30
Warstein