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Investor-Rückzug

Neue Mitte Warstein: Bövingloh lehnt kleine Lösung ab

05.09.2012 | 17:13 Uhr
Neue Mitte Warstein: Bövingloh lehnt kleine Lösung ab
Neue Mitte von ObenFoto: privat

Warstein.   Der Münsteraner Investor Hubert Bövingloh verabschiedet sich offenbar von den Planungen für die „Neue Mitte“. In einer E-Mail hat er unsere Redaktion am Mittwoch am frühen Nachmittag darüber informiert, dass die von Politik und Verwaltung geforderte „kleine Lösung“ mit ihm nicht machbar sei.

Bövingloh führt insgesamt sieben Gründe an, die für seine Entscheidung maßgeblich gewesen seien:

„1. Keine Außenstellplätze direkt am Objekt.

2. Zu- und Abfahrt zur Tiefgarage nur über Dieplohstraße möglich.

3. Zu wenig Parkplätze.

4. Die Anlieferungsstation am Domring Ecke Wilhelmstraße kann nur dort errichtet werden und begründet damit eine gefährliche Verkehrssituation.

5. Die gewünschte attraktive Anbindung an den Marktplatz ist durch die Höhendifferenz nicht möglich.

6. Mangels Grundstücksfläche kann die gewünschte und notwendige Aufenthaltsqualität nicht geschaffen werden.

7. Insgesamt ist eine zu geringe Attraktivität für die Mieter und dadurch bedingt ein zu geringes Mieteinkommen gegeben.“

Bergenthal-Gelände an andere Investoren veräußern

Seine Entscheidung hat der Investor Bürgermeister Manfred Gödde persönlich mitgeteilt. Dabei habe er auch erklärt, das Bergenthal-Gelände, das sich seit einigen Monaten in seinem Besitz befindet, an andere Investoren veräußern zu wollen. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Bövingloh-Rückzugs war der Blick von Gödde schon wieder nach vor gerichtet: „Die Stadt ist nun gefordert, Kontakt mit weiteren interessierten Investoren aufzunehmen.“

Das sieht Bauausschuss-Vorsitzender Josef Wüllner ebenso: „Es ist natürlich schade, dass Bövingloh nicht weitermacht. Aber ich glaube, dass wir durch unsere Arbeit in den letzten Monaten nun eine gute Basis haben, um mit anderen Investoren ins Gespräch zu kommen. Dabei können Junker und Kruse uns eine große Hilfe sein. Das Büro verfügt über sehr viel Sachverstand.“

Ähnlich die Einschätzung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Peter Linnemann: „Wir haben bereits eine Menge auf den Weg gebracht. Das muss sich jetzt auszahlen. Fest steht, dass sich was tun muss.“

„Irgendwie habe ich das im Blut gehabt“

Erwin Koch, Fraktionsvorsitzender der SPD, hatte bereits gefürchtet, dass der Investor einen Rückzieher machen könne: „Irgendwie habe ich das im Blut gehabt.“ Nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit dem Gutachterbüro wisse man nun in Warstein aber wenigstens, was man wolle. Koch: „An dieser Linie müssen wir festhalten. Wir dürfen jetzt nicht wieder mit Grundsatzdiskussionen anfangen.“ Koch setzt darauf, dass Bövingloh ein großes Interesse haben wird, das Bergenthal-Grundstück wieder zu veräußern: „Er ist schließlich Kaufmann. Eine Blockadepolitik passt daher nicht zu ihm.“

„Ein wenig überrascht“ zeigte sich Werner Braukmann (WAL): „Ich hatte eigentlich den Eindruck, dass er auch mit der kleinen Lösung leben kann.“ Nachdem viel Zeit und Zuversicht investiert worden sei, sei es nun wichtig, unmittelbar in die Beratung einzusteigen, wie es mit der innerstädtischen Entwicklung weitergehen könne.

Hans-Albert Limbrock



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