Neue Anlage spart 15.000 Liter Heizöl im Jahr
19.02.2010 | 13:00 Uhr 2010-02-19T13:00:00+0100Allagen. Hitzige Debatten gab es Donnerstagabend im Bauausschuss nicht. Sie waren auch gar nicht erforderlich, um die Politiker auf Temperatur zu bringen.
Für wohlige Wärme sorgte die Hackschnitzelheizung am Sitzungsort Haus Dassel, über die die Mitglieder des Ausschusses viel Positives erfuhren.
Im Mai wird es ein Jahr, dass die mit Holzhackschnitzeln befeuerte Anlage im Keller des Hauses Dassel in Betrieb ist. Abgelöst hat sie eine alte Ölheizung und hilft seither eine Menge des kostbaren wie teuren fossilen Brennstoffs zu sparen. 14.837 Liter Öl wurden dort im Durchschnitt Jahr für Jahr benötigt, um die Museumsräume und die Räume zahlreicher Vereine, die sich dort treffen, auf Temperatur zu bringen.
„Da waren in einer Woche auch schon mal 2000 Liter weg”, erinnerte sich René Tiefert, der das Projekt im Sachgebiet Immobilien verantwortlich betreut, an eisige Zeiten. Ist die neue Heizungsanlage ein Jahr in Betrieb, werden es voraussichtlich 135 Schüttraummeter Hackschnitzel sein.
In sechs Jahren amortisiert
Zwar war die Anschaffung der Hackschnitzelanlage mit 68.000 Euro inklusive erforderlicher Umbauarbeiten 43.000 Euro teurer als ein vergleichbares Brennwertgerät, doch sie amortisiert sich innerhalb von weniger als sechs Jahren, wie die Rechnung belegte, die Tiefert aufmachte. Bei derzeitigen Kosten für den Schüttraummeter Hackschnitzel von 22,20 Euro stehen nach einem Jahr knapp 3000 Euro auf der Rechnung. Beim Öl wären es mehr als 10.000 Euro. In diese Bilanz nicht einrechnen lässt sich der günstige Effekt für die Umwelt durch das Nutzen eines nachwachsenden Rohstoffs.
Genutzt werden konnten im Keller des Hauses Dassel die bisher schon dem Heizungszweck dienenden Räume. Wo bisher die Öltanks standen, lagern jetzt die Hackschnitzel. 70 Schüttraummeter passen in den Raum. Befüllt wird er von außen mittels eines besonderen Kniffs: Der anliefernde Lkw schüttet seine Ladung in einen Trog mit Gebläse, der an diesen Tagen aus der Garage vorgefahren wird. Innerhalb einer Stunde werden die Hackschnitzel in den Keller gepustet. So konnte darauf verzichtet werden, dem denkmalgeschützten Gebäude einen Bunker vorzusetzen. Außerdem kann das Lager auch direkt von einem speziellen Silozug befüllt werden, wenn es einmal mehr als deutschlandweit acht davon geben sollte.
„Dies ist ein gutes Beispiel, um zu zeigen was die Verwaltung an Innovationen umsetzt”, meinte Fachbereichsleiterin Sabine Leitner. Im Ausschuss regte sich kein Widerspruch.
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