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Krankheitserreger

Missgebildete Lämmer durch Schmallenberg-Virus im Kreis Soest

13.01.2012 | 10:59 Uhr
Missgebildete Lämmer durch Schmallenberg-Virus im Kreis Soest
Ein größerer Schafbestand in Warstein hat mehrere Geburten missgebildeter Lämmer mit deformierten Gliedmaßen gemeldet. Foto: Stefan Simonsen/dapd

Warstein.   Im Herbst 2011 war das "Schmallenberg-Virus" bei Tieren in den Niederlanden nachgewiesen worden. Jetzt wurden in Warstein Geburten von Lämmern mit deformierten Gliedmaßen gemeldet. Kreisveterinär Hopp erwartet für Lämmer eine Missbildungsrate von bis zu 30 Prozent. Kälber folgen im März und April.

Der so genannte „Schmallenberg-Virus“ hat offenbar Warstein – und damit den Kreis Soest – erreicht. Der Veterinärdienst des Kreises Soest hat dafür starke Indizien. Ein größerer Schafbestand in Warstein hat mehrere Geburten missgebildeter Lämmer mit deformierten Gliedmaßen gemeldet. Die Ablamm-Saison hat jetzt begonnen und dann fallen die Missbildungen, die der Virus hervorruft, auf.

Kreisveterinär Professor Dr. Wilfried Hopp fürchtet, dass es zu weiteren Krankheitsfällen bei Schafen und Rindern kommt. Die betroffenen Tierhalter sollten sich bei einem Verdacht umgehend mit dem Kreis unter der Rufnummer 02921/302195 in Verbindung setzen.

Und das, so fürchtet man im Soester Kreishaus, dürfte noch oft passieren: „Wir erwarten für Lämmer eine Missbildungsrate von bis zu 30 Prozent“, so Hopp. Die Kälber folgen im März und April – auch bei ihnen rechnet der Kreisveterinär mit Erkrankungen. Das Land Nordrhein-Westfalen erfasst die Fälle in einer Datenbank, hieß es ergänzend in Soest.

Erreger wird durch Stechmücken übertragen

Sicherheit herrscht bereits beim Warsteiner Bestand: Bei diesen Lämmern hat das Staatliche Veterinäruntersuchungsamt Arnsberg die für das „Schmallenberg-Virus“ typischen Gehirnveränderungen diagnostiziert. Der Labor-Nachweis des Friedrich-Löffler-Instituts steht zwar noch aus, doch erwartet man beim Kreis Soest keine andere Diagnose. Die Kreis-Veterinäre stehen in Kontakt mit dem betroffenen Landwirt.

Das „Schmallenberg-Virus“ ist erstmals im Frühherbst des vergangenen Jahres auf rinder- und schafhaltenden Betrieben in den Niederlanden nachgewiesen worden. Im Nachbarland und auch im Rheinland wurden seit August bei Rindern Fälle von hohem Fieber, weniger Milchleistung und auch Lahmheit beobachtet. Schafhalter meldeten missgebildete und totgeborene Lämmern. Der Erreger wird durch Stechmücken übertragen. Eine Anzeige- oder Bekämpfungspflicht gibt es bislang nicht, weil die Krankheit vorher in Europa noch nicht aufgetreten war.

Manfred Böckmann

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