Matthias Leifert ist der „Chef der Kompanie Nord“ in Belecke
25.05.2012 | 18:12 Uhr 2012-05-25T18:12:00+0200
Belecke. Die Zeit ist knapp, in der Schützenfestsaison drängt sich Termin an Termin. Gerade von der Arbeit nach Hause gekommen, muss Kompanieführer Matthias Leifert schon in anderthalb Stunden wieder an der Schützenhalle sein. Tische und Stühle werden gestellt. Als „Chef der Kompanie Nord“ muss der 38-Jährige immer zupacken, sobald Hände gebraucht werden.
Mit Matthias Leifert wird die Nordkompanie der Bürgerschützengesellschaft Belecke von einem erfahrenen Mann angeführt. Als er vor zwei Jahren das Amt des Kompanieführers übernahm, war er bereits 16 Jahre lang im Vorstand der Schützenbruderschaft St. Luzia Echtrop tätig. Die größte Umstellung: In Echtrop war die gesamte Schützenbruderschaft in etwa so groß, wie es nun die eine Kompanie ist, die Matthias Leifert anführt. Mit etwa 1000 Mitgliedern gibt es in Belecke vier Mal so viele Schützen wie in Echtrop. Doch ob groß oder klein: „Arbeit hat man überall mit dem Verein“, sagt Matthias Leifert.
Seit seinem Umzug 2005 von Echtrop nach Belecke ist Matthias Leifert Mitglied der Bürgerschützen. Trotzdem blieb er weitere vier Jahre im Vorstand der Schützen aus Echtrop aktiv, doch das bedeutete „viel Fahrerei“. Außerdem möchte er nicht in zwei Vorständen gleichzeitig aktiv sein: „Wenn man zu viele Aufgaben hat, bleibt immer etwas auf der Strecke, und das halte ich nicht für richtig.“
Nur kurze Zeit hielt Matthias Leifert es ohne Vorstandsarbeit aus. Ehefrau Renate erinnert sich gut: „Ein Jahr lang keine Schärpe gebügelt“, sagt sie lachend. „Dafür, dass die Uniform fertig ist, hat die Frau zu sorgen.“ Seit 2010 ist der zweifache Vater nun im Norden Beleckes Kompanieführer. Eigentlich wollte er sich um ein Offiziers-Amt bewerben, um die Kompanie erst einmal besser kennen zu lernen. Doch der damalige Kompanieführer stellte sich nicht mehr zur Wahl. „Der hat mich dann mehr oder weniger überredet.“
Nun unterstehen dem 38-Jährigen etwa 250 Schützen und vier Offiziere. In Echtrop war die Vereinsgliederung anders geregelt. Ohne Kompanien gehörten dort auch schon die Offiziere zum Vorstand. Durch die Größe der Bürgerschützengesellschaft wird Matthias Leiferts Aufgabe so wichtig: „Der Kompanieführer ist das Bindeglied zwischen Offizierkorps und Vorstand.
Seine Aufgaben als Kompanieführer sind vielfältig: Bei Prozessionen zum Beispiel muss Matthias Leifert einen Fahnenträger organisieren, ab dem 70. Geburtstag eines Kompaniemitglieds alle fünf Jahre gratulieren. Stirbt ein Schütze aus der Kompanie, muss Matthias Leifert sieben Mann mobilisieren; sechs, die den Sarg tragen, und einen Fahnenträger. „Das gestaltet sich schwierig, die Leute fühlen sich nicht mehr so verantwortlich für solche Aufgaben.“
Außerdem organisiert die Nordkompanie jedes Jahr den Frühschoppen nach der Messe am Pfingstmontag auf der Külbe. Als Kompanieführer ist der 38-Jährige auch mit im Gesamtvorstand tätig, einmal im Monat trifft sich dieser zur Vorstandsversammlung.
Das Engagement für die Schützen ist dem Vater der achtjährigen Priska und der sechsjährigen Geeske wichtig. „Manchmal ist es ein bisschen viel, aber es macht ja Spaß“, sagt der 38-Jährige. Eine halbe Stunde hat Matthias Leifert nun noch für sein Familie. „Immerhin“, sagt Ehefrau Renate.
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