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Neues Rehazentrum

Lebensversicherung für die Zukunft kostet 11,4 Millionen

09.02.2012 | 15:44 Uhr
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Lebensversicherung für die Zukunft kostet 11,4 Millionen
LWL neues Rehazentrum

Warstein. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) investiert 11,4 Millionen Euro in die Erneuerung des Rehabilitationszentrums für Suchtkranke auf dem Klinik-Gelände. Baubeginn wird im Herbst, Fertigstellung in 2014 sein.

Rein optisch - ein Traum. Wer das Klinikgelände betritt und die historischen Gebäude betrachtet, kommt ins Schwärmen. Doch die Optik trügt. Viele der Gebäude, die Anfang 1900 gebaut worden sind, genügen nicht mehr den Ansprüchen an eine zeitgemäße Unterbringung. Da nützt es auch nichts, dass das therapeutische Angebot einen ganz hervorragenden Ruf genießt.

Schon seit Jahren kämpfen die Klinikverantwortlichen - allen voran der ärztliche Direktor Dr. Josef Leßmann, Helmut S. Ullrich als kaufmännischer Leiter und Dr. Thomas W. Heinz, der Chefarzt des LWL-Rehabilitationszentrums Südwestfalen, um eine Modernisierung.

„Das Vorhaben“, so Dr. Heinz gestern bei einem Pressegespräch, „ist schon fünf Jahre alt.“ Dass der Gesundheits- und Krankenhausausschuss beim Landschaftsverband am Mittwoch nun endlich grünes Licht gegeben hat, sei eine wunderbare Nachricht. Dr. Heinz: „Das ist auch für unsere 50 Mitarbeiter ein klares Signal für eine gute Zukunft. Etwas pathetisch ausgedrückt: Das ist so etwas wie unsere Lebensversicherung.“

„Die inhaltliche Arbeit“, betont Dr. Leßmann, „war auch in der Vergangenheit mehr als gut. Baulich allerdings mussten wir deutlich nachrüsten.“ Das hat auch die Deutsche Rentenversicherung der LWL-Klinik Warstein dick ins Stammbuch geschrieben. 120 Patienten können im Rehazentrum Südwestfalen betreut werden - 110 stationär und zehn teilstationär (ambulant). An diesen Zahlen wird sich durch den Neubau ebenso wenig ändern wie an der Zahl der Mitarbeiter.

Nachdem verschiedene Möglichkeiten für einen Neubau durchdacht wurden, hat man sich nun für eine Kombination aus alt und neu entschieden. An die beiden Gebäude 55 und 56, die heute schon durch einen Wandelgang verbunden sind, wird ein viergeschossiger Neubau in U-Form angedockt.

„Bei den Planungen mussten vor allem die Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt werden“, benennt Helmut S. Ullrich ein zentrales Problemfeld. In enger Absprache mit der Stadt Warstein als Untere Denkmal sind hier nun tragfähige Lösungen gefunden worden.

In den letzten Jahren, so Dr. Heinz, habe sich das Bild der Patienten, die mit einer Suchtproblematik nach Warstein kommen, deutlich gewandelt: „Die Zahl der Patienten, bei denen neben der Sucht auch noch andere Probleme wie körperliche Gebrechen oder kognitive Defizite hinzukommen, hat deutlich zugenommen.“ Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von Multimorbidität - also Mehrfach-Erkrankung.

Genau für dieses Klientel ist Warstein in den vergangenen Jahren eine hervorragende Adresse geworden. Durch die enge Verzahnung zwischen der Suchtbehandlung und der Akut-Psychiatrie bietet das Rehazentrum gegenüber vergleichbaren Standorten deutliche Vorteile. „Und dem“, so Dr. Heinz, „werden wir künftig nicht durch ein optimales Therapieangebot, sondern auch durch eine Unterbringung, die Hotel-Standard haben wird, gerecht.“

Auch deshalb habe man in den vergangenen Wochen massiv „gedrängelt und geschoben“, um die Genehmigung für das ehrgeizige Projekt zu erhalten. Dr. Heinz: „Damit ist uns jetzt ein mittelschwerer Findling vom Herzen gefallen.“

Hans-Albert Limbrock

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