Landrätin will sich heraushalten
13.12.2007 | 14:09 Uhr 2007-12-13T14:09:00+0100
Warstein. Warstein hat viel zu bieten. Außer Bier, Elektronik und touristischen Angeboten auch viele Probleme. Davon erfuhr Landrätin Eva Irrgang bei ihrem Antrittsbesuch im Rathaus.
„Ich halte mich da raus”, meinte sie hinsichtlich der Probleme rund um das Risse-Gelände, dessen Hangsicherung und die Entwicklung eines Einkaufszentrums. Um kurze Zeit später Kämmerer Florian Beutler aber trotzdem zuzustimmen, dass die Stadt bei dem Projekt auf die Wasser- und Landschaftsbehörde beim Kreis angewiesen sei.
Die Fachleute im Rathaus streiften nach der Begrüßung durch Bürgermeister Manfred Gödde die entscheidenden Themen der Stadt. Sabine Leitner informierte zum Grund- und Trinkwasser, verwies dabei auf die Hillenberg- und Bullerteichquelle und die Sorge, dass durch den Kalksteinabbau die Versorgung mit Wasser in Gefahr geraten könnte. Ziel müsse es sein, die Warsteiner Interessen und die der Steinindustrie in Einklang zu bringen.
Meinolf Kreggenwinkel stellte die Situation des Verkehrs durch Warstein vor — mit bis zu 23 000 Fahrzeugbewegungen am Tag auf der B 55 und 13 000 in Richtung Suttrop, so die Prognose 2015, wenn sich nichts tut. Er erläuterte die Ortsumgehung 6a/b und die Diskussion, ob die Osttrasse nicht eine bessere Entlastung auch für Suttrop bringe. In dem Zusammenhang war auch das Rissegelände Thema, schließlich geht es dort nicht nur um ein Einkaufszentrum („die jetzige Verkaufsfläche reicht nicht für ein Mittelzentrum”), sondern dort müsste auch der Straßen- und Schienenverkehr (verbunden mit der Sicherung des Oberhagens) berücksichtigt werden.
Erfolgreich sei der Industriepark Belecke mit 32 angesiedelten Betrieben und zwei weiteren, die in den Startlöchern stehen. 600 Arbeitsplätze (davon 200 in der Werkstatt für Behinderte) wurden geschaffen. Kreggenwinkel: „Leider hat die interkommunale Zusammenarbeit mit Rüthen nicht geklappt. Wir hatten schon Förderzusagen aus Düsseldorf.”
Inzwischen ist eine Erweiterung geplant — und obwohl 2005 der Wachtelkönig dort brütend gefunden wurde, gebe es kein generelles Veto der Umweltschützer, und: „Der Grunderwerb ist fast in trockenen Tüchern.” Die finanzielle Situation der Stadt sprach schließlich Kämmerer Florian Beutler an, der sowohl auf die Haushaltssicherung 1996 bis 2001, den Nothaushalt ab 2003 und die „aussichtslose” Perspektive berichtete. Bis 2010 werde der Fehlbetrag bei über 50 Millionen Euro liegen. Allein die Kreisumlage belaste den Haushalt in diesem Jahr mit 11,51 Millionen Euro.
„Vieles ist mir nicht neu”, zog Landrätin Irrgang ein Fazit. Sie sprach sich für eine „gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit” aus und versprach Transparenz. Durch Kyrill betroffen, benötige Warstein weitere Hilfen, das Hochwasser werde Thema der nächsten Jahre sein, „wenn hundertjährige Hochwasser zwei Mal im Jahr kommen.” Sie streifte die Feinstaubproblematik („ne Menge an Belastung”) und hörte den Wunsch von Warsteins Ortsvorsteherin Elisabeth Wiese, dass der Messcontainer bald wieder in Warstein aufgestellt werden möge. In Sachen Wasserversorgung und Steinindustrie mahnte sie eine Einigung an, woran auch der Kreis als Eigentümer des Lömecke-Wasserwerks interessiert sei.
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