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Kunst schlägt eine Brücke zwischen den Kulturen und Religionen

10.10.2012 | 22:00 Uhr
Kunst schlägt eine Brücke zwischen den Kulturen und Religionen
Wege, die sich kreuzen: Eröffnung der Gemeinschaftsausstellung von Marita Mues und Aija Balina in der Volksbank WarsteinFoto: Tanja Frohne

Warstein. Eine Brücke von der lettischen Kulturszene hin zur deutschen bildenden Kunst schlägt die Gemeinschaftsausstellung der Suttroper Künstlerin Marita Mues und von Aija Balina aus Riga. Passend zur Kunst der beiden Frauen, deren Reiz die Gegensätzlichkeit ausmacht, wurde das Thema der Ausstellung gewählt: „Wege, die sich kreuzen“.

Einen Besucherrekord verzeichnete die Ausstellungseröffnung in der „bank galerie“ der Volksbank in Warstein. Fast 200 Anmeldungen habe es im Vorfeld gegeben, erläuterte Franz-Josef Fisch, Generalbevollmächtigter der Volksbank Hellweg. Ein Beweis dafür, dass Marita Mues ein Garant für großes Besucherinteresse sei. Ausdrucksstärke zeichne die Gemeinschaftsausstellung mit der lettischen Künstlerin Aija Balina aus, die nur möglich gewesen sei, weil der Suttroper Buchautor Klemens Ludwig die beiden Künstlerinnen zusammengebracht habe. Im vergangenen Jahr hatte Marita Mues ihr Werk bereits in Riga präsentiert.

Offen für andere Kulturen

Den kulturhistorischen Hintergrund zur Verbindung von Deutschen und Letten, deren Wurzeln viele Jahrhunderte zurückreichen, vermittelte Klemens Ludwig. Bereits im 9. Jahrhundert zog es erste Händler an die Düna. Ein fruchtbares Miteinander, das erst mit dem 2. Weltkrieg endete. Gleichzeitig eine Zäsur für die baltische Kultur. „Es war alles sowjetisch – eine Tragödie, die erst mit dem Zerfall der Sowjetunion 1989/90 endete.“

Gleichzeitig mit einem neuen Aufschwung baltischer Kunst habe sich auch für Aija Balina „die Welt geöffnet“ – sie unternimmt viele Reisen, lässt sich besonders von ihren Lieblingsstädten Venedig und Marrakesch inspirieren. Hier findet sie Themen aus dem Leben, plötzliche und unerwartete Momente, manchmal dramatisch und voller Leidenschaft, manchmal faszinierend durch ihre Natürlichkeit. „Was aus mir spricht, versuche ich zu malen“, erläuterte Balina.

Frische Farben verwendet die Künstlerin für ihre Bilder. Farben, die ihre Lebensfreude ausdrücken. Die Natur findet sich immer wieder als Thema – zeigt sich in ihrem entspannten Frauenbild und in plakativen Blüten, aber auch im ruhigen Fließen des Wassers. Wie bei ihrem Bild „Quelle“: Ganz in blau-grauen Farbschattierungen gehalten, hebt sich auch eine Libelle nicht vom Hintergrund ab. Wassertropfen verursachen sanfte Wellen, der Blick des Betrachters wird gefangen, in das Ruhe verströmende Bild hineingezogen.

Die Natur findet sich bei Marita Mues nicht nur thematisch, sondern auch in den verwendeten Materialien – neben Metall verwendet sie mit Vorliebe Naturpigmente, die sie von Reisen aus allen Teilen der Welt mitgebracht hat und mit denen sie bildnerisch einen Bogen schlägt zu fremden Welten – wie mit „Leben im Jupiter“ oder „Die Geburt des Universums“.

Komplett für sich neu gefunden hat die Künstlerin die Hinterglasmalerei, wobei neben speziellem Acrylglas ebenfalls Natur- und Metallpigmente zum Einsatz kommen. So hat sie beim Zyklus „Shalom Jerusalem“ Pigmente aus Israel verwendet, die sie von ihrer Pilgerreise mitgebracht hat. Diese Bilder, sind eine Liebeserklärung an eine Stadt, die alle drei Weltreligionen beherbergt. Ein Zeichen der Versöhnung und ein Appell für den Frieden – ebenso wie der starke „Olivenbaum“, dessen Stamm ebenfalls die drei Weltreligionen umfasst, in denen die Olive als Friedenssymbol eine wichtige Rolle spielt – und die alle gemeinsame Wurzeln haben.

Tanja Frohne



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