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Kritik am Böller-Verbot vor Flüchtlingsheimen

30.12.2015 | 08:00 Uhr
Kritik am Böller-Verbot vor Flüchtlingsheimen
Ein Vorgeschmack auf den Jahreswechsel: Montgolfiade-Feuerwerker Ulf Wagner präsentiert im Gewerbegebiet Wiebusch die Raketentrends 2015/16. Dienstag standen die ersten Käufer um kurz nach fünf vor seiner Tür.Foto: Uwe Nutsch

Warstein.   Das von der Bezirksregierung verhängte Böller-Verbot vor Flüchtlingsheimen an Silvester stößt auf Ablehnung. Man dürfe Flüchtlinge nicht überbehüten.

Die ganz Ungeduldigen waren schon mitten in der Nacht da. Um kurz nach fünf Uhr standen die ersten Feuerwerks-Verrückten am Wiebusch in Belecke – sie wollten ganz sicher gehen, dass ihnen niemand die Wunschböller vor der Nase wegkauft. Gestern startete der Verkauf des Silvesterfeuerwerks. Mittendrin: Ulf Wagner, Pyrotechniker mit Montgolfiade-Erfahrung, der ab sechs Uhr alles an den Mann brachte, was das Lager hergibt. „Raketen haben Tradition, aber der Trend geht zu Batteriefeuerwerken“, sagt der 38-Jährige. Was sonst noch wichtig wird – ein Überblick.

Böller werden in zwei Kategorien unterteilt: Kategorie eins – dazu zählen Knallbonbons, Knallerbsen und Tischfeuerwerke – dürfen an Kunden ab zwölf Jahre verkauft und ganzjährig verwendet werden. Zur Kategorie zwei gehört das Silvesterfeuerwerk, es darf nur zwischen Weihnachten und Silvester in dafür zugelassenen Geschäften angeboten und nur am 31. Dezember und am 1. Januar abgebrannt werden. Der Verkauf nicht zugelassener Böller wird als Straftat geahndet. Die Stadt erwartet jedoch keine gravierenden Verstöße. „Wir rechnen mit einer ganz normalen Silvesternacht“, sagt Ordnungsamts-Leiterin Roswitha Wrede.

Für Aufregung sorgt das Böller-Verbot der Arnsberger Bezirksregierung (die WP berichtete): Flüchtlinge dürfen an ihren Unterkünften zum Jahreswechsel kein Feuerwerk zünden – das könne Menschen verunsichern, die durch Schüsse, Explosionen andere Kriegsgeräusche psychisch angeschlagen sind, glaubt die Behörde.

Keine Knallerei, fordert die Wehr

Das Verbot war gestern Abend Thema eines Treffens der Ehrenamtlichen vom Haus Teiplaß in Sichtigvor. „Wir werden das den Bewohnern mitteilen, auch wenn ich mir kaum vorstellen kann, dass sie sich Raketen kaufen möchten“, sagt Ortsvorsteherin Heike Kruse.

Arnsbergs Freiwillige Feuerwehr ruft sogar dazu auf, aus Rücksicht auf Flüchtlinge vollständig auf Knallerei zu verzichten. Dieser Vorschlag stößt in Warstein auf Ablehnung. „Silvester-Feuerwerke gehören zu Deutschland“, sagt Kruse. „Sicher, viele Anwohner denken nicht daran, dass sie die Flüchtlinge damit ängstigen könnten. Aber man kann sie nicht überbehüten.“

Jonas Erlenkämper

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2015-12-30 08:00
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