Nur die Ruhe bewahren
16.11.2011 | 18:08 Uhr 2011-11-16T18:08:00+0100
Rüthen.Als Fahranfänger hat man so manche Ängste und Bedenken beim Autofahren. Wie sollte man reagieren, wenn ein Tier vor das Auto springt oder plötzlich glatte Stellen auftreten? Was war noch mal bei Aquaplaning zu beachten und sind ABS und ESP nicht nutzlos, denn ich habe beide Programme bis jetzt eh nicht bemerkt? Aber vor allem, bei Fahranfängern sinkt diese Hemmschwelle sehr schnell, denn was sollte im Auto so schnell passieren?
Was alles „so schnell’’ beim Autofahren passieren kann, wurde mir auf dem ADAC Verkehrsübungsplatz Kaiserkuhle bei Rüthen gezeigt. Hier werden die schwierigsten Situationen gezeigt und die besten Reaktionen praktisch gelehrt! Das Grundstück mit einem kleinen Häuschen, vielen Straßen und noch mehr Kurven liegt mitten in der Rüthener Landwirtschaft, nahe bei dem Reitverein Spitze Warte.
Mein Kurs umfasste 12 Teilnehmer, von Fahranfängern über Berufsfahrer bis hin zu Rentnern, welche mit eigenen Autos trainieren wollten und einem netten Trainier. Der theoretische Teil dauerte ungefähr eine halbe Stunde, dann ging es richtig los. Insgesamt lief das Training nach einem bestimmten Schema ab: Der Trainer hat alles vorgemacht, wir Teilnehmer mussten es nachmachen. Allerdings wiederholten wir die verschiedensten Übungen so lange, bis wir die Technik auch wirklich anwenden konnten.
Zum Beispiel auf nasser oder glatter Fahrbahn Notbremsung- und Ausweichmanöver einüben, bis jeder sie gut ausführen konnte. Man durfte Fehler machen und die Kritik an einem selbst war stets gerechtfertigt und nur zu unserem Besten. Ich persönlich fühlte mich nie unwohl, selbst wenn ich das ungewohnte Auto abwürgte, war es nie ein Problem.
Weitere Übungen waren das richtige Lenken und Slalom Fahren sowie in einem Kreis fahren um das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) zu fühlen. Bei gefährlicheren Situationen setzte sich der Trainer sogar mit auf den Beifahrersitz und sagte uns, wie wir reagieren sollen, bis wir es selbst gelernt hatten. Am Besten gefiel mir, dass ich alleine fahren durfte, einen richtigen Parcours mit engen Kurven bewältigen und auch mal schneller als gewohnt zwischen Slalommarkierungen „durchheizen“ konnte. So konnte ich manche Ängste und Bedenken durch richtiges Handeln überwinden.
Zum Schluss bekamen wir eine Urkunde zum Vorlegen bei Versicherungen und durften dann um viele Erfahrungen reicher nach Hause fahren. Zusammenfassend kann ich jedem Autofahrer zu solch einem Training raten, denn bestimmt nimmt das Gefahrenbewusstsein mit der Zeit ab, oder es haben sich Fehler im Fahrstil eingeschlichen. Der Preis für solch ein PKW-Training liegt für ADAC -Mitglied bei 89 Euro und als Nicht-Mitglied bei 105 Euro. Das ist auch der einzige Kritikpunkt, zwar ist man komplett versichert und das Training dauert inklusive Mittagspause ungefähr sieben Stunden, aber für Schüler ist es trotzdem viel Geld. Weitere Infos gibt es auf www.kaiserkuhle.de
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