Live dabei: Rammstein-Konzert-Tagebuch
08.02.2012 | 15:10 Uhr 2012-02-08T15:10:00+0100
Warstein/Frankfurt.Was mein Highlight des letzten Jahres war? Oh ja, da fällt mir doch spontan was ein. Wir schreiben den 20. Juni 2011...
...Gespannt saßen mein Bruder und ich vor dem Notebook. Wir versuchten es immer und immer wieder. Doch es klappte nicht. Was los war? Wir waren mitten in einer Warteschleife. Eine Warteschleife für Tickets. Nicht Tickets für irgendeine Band, sonder von der Lieblingsband meiner Familie und besonders von mir: Rammstein.
Wir waren nun schon ungefähr vier Stunden in der Warteschleife. Ein Konzert nach dem anderen war ausverkauft und die Hoffnung schwand immer mehr, die begehrten Tickets zu ergattern. Doch da geschah es endlich. Nach gefühlten sechs Stunden haben wir noch Karten für das Konzert in Frankfurt bekommen - am 9. Dezember 2011.
Voller Vorfreude vergingen die Wochen bis Dezember nur schleppend, aber dann rückte es immer näher und näher. Am Tag vor dem Konzert wurden erste Vorbereitungen getroffen. Die Route samt einer Alternativroute hatten wir ausgedruckt. Dann war der große Tag endlich da. Wir schreiben den 9. Dezember 2011...
10.00 Uhr
Ich war einfach nur euphorisiert. Um 10 Uhr ging es endlich los. Mit genug Proviant und dem neuen Rammstein Best-of Album „Made in Germany“ machten wir uns auf den Weg nach Frankfurt. Wir stimmten uns schon im Auto laut mit unserer Lieblingsmusik ein, bis wir dann ungefähr 100 Km vor unserem Ziel auf einer Raststätte die ersten Gleichgesinnten trafen. Eine kurze Rast gönnten wir uns noch, bis wir dann den letzten Rest der Fahrt in Angriff nahmen und schließlich - mit etwas Stau zwischendurch - endlich ankamen.
15.47 Uhr
Ankunft an der Frankfurter Festhalle. Der riesige Platz vor der Halle war einfach nur atemberaubend und zum Glück waren noch nicht so viele Leute eingetroffen. Ein letztes Mal die Toilette aufsuchen und dann hieß es stundenlanges Warten und nichts mehr trinken, um die ergatterten vorderen Plätze beim Toilettengang nicht zu verlieren.
16.32 Uhr
45 Minuten rum. Zwischendurch dachte ich nur „Warum tue ich mir das lange Warten an, wenn der Einlass erst um 18:00 ist?!“ Aber unser Ziel waren ja die vorderen drei Reihen.
17.11 Uhr
Blicke auf die Uhr im 5-Minuten-Takt. Wann geht es endlich los? Eine leichte Ungeduld machte sich unter den inzwischen bestimmt 1.000 Rammstein-Fans bemerkbar. Doch zwischendurch gab es auch ein paar Lacher, die das Warten ein wenig angenehmer machten. So als beispielsweise eine Frau lautstark ihren Freund „Udo“ suchte. Die Masse erleichterte ihr die Suche und es gab minutenlange „Udo-Sprechchöre“, die bestimmt im Umkreis von 100 Metern zu hören waren.
17.39 Uhr
Die Anspannung stieg immer weiter an. Angeheizt wurde die Stimmung durch kleine Flammenspiele über dem Fanshop. Die ersten Securitys bereiteten sich schon auf den Ansturm vor.
18.05 Uhr
Mit einer kleinen, verkraftbaren Verspätung ging der Ansturm dann endlich los. Kurz den Ausweis und die Eintrittskarten vorgezeigt und ab ging die Post. Ich hörte hinter mir nur noch vergebliche Rufe von den Ordnern „Nicht Rennen!“, doch das interessierte in diesem Moment niemanden. Wir wollten einfach nur so schnell wie möglich so weit es ging nach vorne. Was uns auch gelang - das Ergebnis: unter den ersten drei Reihen und ca. fünf Meter von der Bühne entfernt. Meine innere Stimme sagt mir: „Mission erfolgreich abgeschlossen!“, denn nun konnten wir uns in Ruhe auf das Konzert freuen.
20.11 Uhr
Die Vorband „Deathstars“ heizte das Publikum schon ordentlich ein. Dennoch war ich ein wenig froh, als die Band zu Ende gespielt hatte, denn der Augenblick, auf den wir ein knappes halbes Jahr gewartet haben, stand nun vor der Tür...
20.58 Uhr
Das Licht ging aus. Wir alle hatten ein Kribbeln im Bauch. Über uns senkte sich langsam und bewusst quietschend eine riesige Eisenbrücke, was die Anspannung ins unermessliche steigen ließ. Ein Raunen ging durch das Publikum, als das erste Bandmitglied mit einer Fackel in der Hand über die Brücke marschierte. Als schließlich als Letzter der Frontmann Till Lindemann die Bühne betrat ging es sofort mit einem der berühmtesten Rammstein-Songs los: „Sonne“. Der Song donnerte brachial durch die Boxen und die Hitze, die durch die Flammenwerfer auf der Bühne entstanden, war einfach nur geil. Zwischendurch gab es auch mal ruhigere Lieder wie „Ohne dich“, wobei alle Menschen mit Feuerzeugen in der Luft eine unbeschreibliche Atmosphäre schafften. Die Folge - Gänsehaut pur.
23.32 Uhr
Mit den Worten „Vielen Dank und nicht vergessen, wir kommen wieder in’s schöne Hessen“ verabschiedeten sich die sechs Bandmitglieder von der Bühne.
Sichtlich ermüdet aber immer noch überglücklich verließen wir schließlich die Halle. Zum Abschluss kann ich nur sagen: Ein Rammstein Konzert ist ein riesen Highlight für alle Metal-Fans!
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