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Geschwister

Die Hassliebe unseres Lebens

10.11.2011 | 14:42 Uhr
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Unsere Eltern versuchen uns tagtäglich zu erziehen. Dabei sind es die Geschwister, die die Persönlichkeit eines Menschen vor allem prägen. Ein Grund für uns, mal nachzufragen, welche Erfahrungen unsere jungen Redakteure mit ihren Geschwistern machen.

Ina Sauer (links) mit ihrer älteren Schwester Hanna

Ina Sauer: Meine große Schwester Hanna ist wie eine gute Freundin für mich. Ein Grund dafür ist, dass der Altersunterschied nicht groß ist. Sie ist 18 und wird bald 19, ich bin 17 Jahre alt. Zusätzlich gehen wir beide auf eine Schule, zwar in unterschiedliche Stufen, aber trotzdem kennt man dieselben Leute. Ich kann mit meiner großen Schwester feiern gehen, aber auch einen gemütlichen Abend verbringen. Natürlich haben wir auch mal andere Momente, wo wir uns gerne einmal anzicken oder vor Wut anfallen möchten, doch die Zeit wo man sich „geprügelt“ hat, ist zum Glück vorbei. Wenn unsere Eltern verreisen, muss sie die „Mama“ im Hause sein, was auf Dauer anstrengend für uns beide ist, doch kurz danach ist wieder alles vergessen. Zusätzlich halten wir auch meistens gegenüber unseren Eltern zusammen und reiten die andere nicht rein, naja meistens. Ich bin froh, meine Schwester zu haben, sie ist wie ein Vorbild für mich und ich wüsste nicht, was ich ohne sie tun würde.

Claudia Kramer (links) mit ihrer Zwillingsschwester Christina

Claudia Kramer: „Was, ihr seid Zwillinge?!“ – Das ist die gängige Reaktion, wenn Leute von der Besonderheit meiner Schwester Christina und mir erfahren. „Ihr seht euch ja gar nicht ähnlich“, heißt es meistens weiter. Das ist auch gut so, da sind wir uns einig. Manchmal spinnen wir herum, wie es wäre, gleich auszusehen, um morgens einmal zur jeweils anderen Schule zu gehen oder sonst irgendwelche Späßchen zu machen. Doch auch so ist es immer ganz witzig, wenn Christina mich zum Beispiel „Kurze“ nennt, obwohl sie nur 20 Minuten älter als ich ist. Jemand hat mal gesagt, bei Zwillingen werde der beste Freund direkt mit geboren. Naja, als beste Freundinnen würde ich uns nun nicht unbedingt bezeichnen, da wir nicht nur äußerlich, sondern auch charakterlich von Grund auf verschieden sind. Doch viele unserer „großen Tage“ erlebten wir gemeinsam: Von der Taufe über die Einschulung bis hin zum 18. Geburtstag. Eben deshalb ist es zwischen uns ganz besonders und unterscheidet sich auch von den Beziehungen zu unseren anderen Geschwistern.Den Platz im Mutterleib geteilt, am selben Tag auf die Welt gekommen und in der identischen Umgebung aufgewachsen. Heute zwei Persönlichkeiten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch das besondere Verhältnis bleibt ein Leben lang.

Linus Robert (links) mit seinem älteren Bruder Kilian

Linus Robert: Ich habe einen älteren, 17-jährigen Bruder: Kilian. Und ich habe mir noch nie eine andere Geschwisterkonstellation gewünscht. Unser Verhältnis hat sich im Laufe der Zeit verändert. Während wir uns früher nicht so gut verstanden haben, weil wir viel Streit hatten, verstehen wir uns jetzt umso besser. Ein Aspekt ist, dass wir zurzeit beide die Stadtkapelle Warstein besuchen, Zeit gemeinsam verbringen, aber unterschiedliche Instrumente spielen. Außerdem sind wir beide Messdiener der St. Pankratius Gemeinde Warstein, wo wir jedes Jahr gemeinsam mit unseren Freunden in den Sommerferien eine einwöchige Ferienfreizeit in Jugendherbergen verbringen. In dieser Zeit sind wir eher Freunde als Brüder. In vielen Bereichen ist mein Bruder mein Vorbild, weil er immer alles super geregelt bekommt und mir bei Fragen immer zur Seite steht. Abschließend kann ich sagen, dass ich froh bin einen älteren Bruder zu haben.

Laura Flormann (links) mit ihrer kleinen Schwester Natalie

Laura Flormann: Jeder der kleinere Geschwister hat kennt das Problem: Die süßen kleinen Drachen, die alle um den Finger wickeln und viel mehr dürfen als die Älteren. Ich selbst habe auch eine kleinere Schwester. Sie heißt Natalie und ist 14 Jahre alt . Natalie ist das Nesthäkchen bei uns zu Hause. Sie bekommt oft das, was sie will, wird immer von den Eltern in den Schutz genommen und genießt alle Privilegien, die ich mir bei meinen Eltern hart erkämpfen musste. Klingt nach einem Klischee? Jeder, der jüngere Geschwister, hat denkt sich manchmal, wie schön es ohne sie wäre. Das sind meist solche Tage an denen ich lernen muss und sie die Musik laut aufdreht oder an denen sie einfach an meine Sachen geht, sich in meinem Zimmer aufhält oder mich sonst irgendwie zur Weissglut treibt. Das Klischee, dass ältere Geschwister es schwerer haben kann ich unterstützen. Sie bekommt eigentlich immer ihren Willen und wenn Mama und Papa einmal doch „Nein!“ sagen, hat sie einige Tricks auf Lager, wie sie doch ihren Willen bekommt. Besonders gut klappt das mit dicken „Krokodilstränen“. Doch trotz allem muss ich sagen, dass ein Leben ohne meine kleine Schwester wirklich langweilig wäre. Ich kann mich immer bei ihr „ausheulen“ wenn ich Probleme hab’ und sie hört mir immer zu. Oft liegen wir einfach nur zusammen da und reden stundenlang miteinander. Wir haben viel Spaß zusammen, und auch wenn sie vier Jahre jünger ist als ich, kann ich sie nicht nur als Schwester, sondern auch als eine wirklich gute Freundin bezeichnen.

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