Jubiläum
29.10.2007 | 13:11 Uhr 2007-10-29T01:11+0100Die Evangelische Kirchengemeinde Warstein feierte am Sonntag ihr 150-jähriges Bestehen.
Von Susanne Löbbert und Betty Götzelmann
Warstein. „Einen anderen Grund kann niemand legen, als der, der gelegt ist”. Dieses Jesus-Zitat aus dem Korinther-Brief schrieb gestern Alfred Buß, Präses der evangelischen Kirche von Westfalen in das Goldene Buch der Stadt. Diese Worte stellte er auch in den Mittelpunkt seiner, wie Pfarrer Uwe Müller sagte, „beeindruckenden Festpredigt”. Nach dem Gottesdienst feierte die Gemeinde im Wichernhaus das 150-jährige Bestehen der Kirche.
Mit Präses Alfred Buß war der oberste Repräsentant der ev. Christen nach Warstein gekommen, um die Festpredigt zu halten, die die Versammelten zudem aufrüttelte und aufbaute. „Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude“, sangen die Christen. Diesen Grund haben die Väter und Mütter vor 150 Jahren nie aus den Augen verloren, als sie für sich und ihre Familien einen christlichen Versammlungsort planten und bauten, „sie investierten mit Mut in die Zukunft” und das in einer Zeit, als „die konfessionelle Trennung gepflegt wurde”. Eine Gemeinde könne nur eine Grundmauer bauen, aber der Grund müsse als Ursache und Fundament auf Jesus Christus gegründet sein und bleiben. Dieses gelte auch für die heutigen Baumeister bei ihren „An- und Weiterbauten”. Die Fest-Liturgie bestritten die Gemeindepfarrer Günther Bergholz aus Belecke, Bernd Vorderwisch aus Rüthen und Uwe Müller aus Warstein, Präses Alfred Buß segnete die Gemeinde, bevor alle in das „Eine feste Burg ist unser Gott“ einstimmten. Begleitet wurden sie dabei von den Warsteiner Posaunen unter der Leitung von Christine Wallnau-Toepfer und Dr. Ernst Grafe an der Orgel. Superintendent Lothar Kuschnik war im Wichernhaus der erste Festredner, der die damals mit nur 225 evangelischen Christen „schlechten Startbedingungen für ein so gigantisches Projekt” wie den Kirchenbau ansprach. Doch es gab viele Sponsoren; zehn Prozent der Bausumme übernahm die Stadt, die allerdings die katholische St. Pankratius Kirche — sie feiert am nächsten Sonntag ebenfalls ihr 150-jähriges Bestehen — komplett bezahlte.Aus katholischer Sicht Bürgermeister Manfred Gödde lobte die „heute sehr lebendige Gemeinde” und dankte Uwe Müller für sein Engagement. „Wir hatten bisher immer gute evangelische Pfarrer in Warstein”. Präses Alfred Buß fügte hinzu, dass die evangelischen Christen „längst selbstverständlicher Bestandteil dieser Stadt geworden sind”. Einen kurzweiligen Vortrag über die Anfänge der evangelischen Gemeinde aus katholischer Sicht hielt Kustos Dietmar Lange. Mit vielen Anekdoten brachte er die Zuhörer zum Schmunzeln. So habe der erste evangelische Pfarrer Carl Geck die Einwohner des Sauerlandes für Menschen mit „beschränkter Lebensanschauung” gehalten. Nachdem auch der katholische Pfarrer Thomas Wulf eine kurze Ansprache gehalten hatte, ging es im Wichernhaus fröhlich musikalisch zu. Die Band und die jungen Sänger der Kinderbibeltage trugen mit ihrem Song „Die Bibelentdecker” und dem abschließenden „Der Himmel geht über allem auf” zur heiteren Atmosphäre bei, in der die Gemeindemitglieder noch einige gesellige Stunden verbrachten.