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Jahrespraktikum steigert Berufschancen

18.04.2008 | 11:51 Uhr
Jahrespraktikum steigert Berufschancen

Warstein. Schulen in Werl und Lippstadt haben bereits gute Erfahrungen gemacht, im Herbst 2008 ist die Hauptschule Warstein erstmals dabei: Schüler der Klasse 10A haben die Möglichkeit, ein Langzeitpraktikum zu absolvieren.

Das Ziel ist klar:"Ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz können erhöht werden," so Schulleiter Hans Cramer.

Aus den derzeit 86 Jugendlichen der Stufe 9 werden nach den Sommerferien voraussichtlich zwei 10B-Klassen (Realschulabschluss) und zwei 10A-Klassen gebildet. Während eine 10A ein normales dreiwöchiges Blockpraktikum absolviert, können 20 Schüler der Parallelklasse nach den Herbstferien bis zum Schuljahresende jeden Mittwoch in den Praktikumsbetrieb gehen. Ein ein- bis zweiwöchiges Schnupperpraktikum vor den Herbstferien wird vorgeschaltet.

Schüler im Berufsalltag besser kennenlernen

"So können ausbildende Betriebe den Schüler über ein Jahr besser kennenlernen und einschätzen, ob sie diesem möglicherweise eine Ausbildung anbieten," erklärt Klassenlehrer Aloys Röwekamp. Erfahrungen anderer Schulen zeigen, dass 80 Prozent der Langzeitpraktikanten auch eine Lehrstelle erhalten.

Auch die Schüler profitieren von ihrem wöchentlichen Arbeitstag: Sie lernen, was in der Ausbildung auf sie zukommt und ob der Beruf ihnen Spaß macht. Zugleich vermittelt das Praktikum Schlüsselqualifikationen wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Teamfähigkeit. "Diese Aspekte sind uns sehr wichtig", so Schulleiter Hans Cramer. Er hat im Vorfeld viele Betriebe angeschrieben, die auch Schüler ohne Realschulabschluss ausbilden würden.

Eigeninitiative gefragt

Bei der Suche nach geeigneten Praktikumsstellen ist besonders die Eigeninitiative der Jugendlichen gefragt. Einige Schüler hätten bereits Kontakte geknüpft.

Da die Zahl der angebotenen Stellen begrenzt ist, trifft die Schule eine Auswahl: "Die Schüler müssen eine richtige Bewerbung schreiben", erklärt Cramer. Dann erhält der Praktikamt einen Schülervertrag, in dem dieser sich verpflichtet, "nach besten Kräften dazu beizutragen, dass das Langzeitpraktikum für meine berufliche und persönliche Zukunft erfolgreich wird". In einem "Elternvertrag" verpflichten sich die Erziehungsberechtigen, ihren Sohn/ihre Tochter dazu anzuhalten, das Praktikum "regelmäßig und pünktlich zu besuchen sowie das Berichtsheft gewissenhaft zu führen".

Auch in der Note ist Praktikum zu finden

Da das Langzeitpraktikum die Fächer Technik, Hauswirtschaft und den Wahlpflichtunterricht abdeckt, schlägt sich auf dem Zeugnis auch dort die Note nieder. Dazu besucht Aloys Röwekamp die Praktikanten an ihrem Einsatzort. Zum Abschluss füllen die Betriebe einen Bewertungsbogen aus.

"Interessierte Betriebe können sich gern noch melden", so Cramer, der auch Firmen in der Umgebung anspricht. Die Fahrtkosten zum Arbeitsplatz übernimmt die Schule.

Susanne LÖBBERT

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