Iranische Familie entgeht nur knapp der Todesstrafe
16.04.2009 | 12:24 Uhr 2009-04-16T12:24:00+0200
Seit 2001 leben die Iraner Alireza und Fatameh Auraei in Deutschland. Obwohl sie in Warstein eine neue Heimat gefunden, mussten sie jahrelang um das Bleiberecht kämpfen. Zeitweilig drohte die Abschiebung — im Iran hätte sie die Todesstrafe erwartet.
Warstein. Alireza Auraei arbeitete als Journalist im Iran und mit seiner damals schon christlich geprägten Einstellung bekam er große Probleme mit dem religiösen Regime. Unter den Eindrücken des 11. September flüchtete er mit seiner Frau. Sie wollten nach Kanada, doch beim Zwischenstopp in Deutschland gab es Probleme. So landeten sie zwei Wochen später in Warstein.
Beide konvertierten zum christlichen Glauben, ließen sich auf die Namen Daniel und Martha taufen, besuchten regelmäßig den evangelischen Gottesdienst. 2003 wurde ihr Sohn Kevin geboren und getauft. Doch dann sollten sie abgeschoben werden. Im September 2008 verabschiedete das iranische Parlament einen Gesetzentwurf, der für die Abkehr vom Islam zwingend die Todesstrafe vorschreibt.
Die deutschen Behörden, wie die Ausländerbehörde, das Arnsberger Gericht und auch das Oberverwaltungsgericht in Münster erkannten diese Gefahr nicht. Obwohl das Auswärtige Amt bestätigte, dass der Familie Auraei im Iran die Todesstrafe droht, stufte man die Lage in Arnsberg nicht als lebensgefährlich ein.
Hilfe bekam Familie Auraei in Warstein von der evangelischen Kirche. Pfarrer Uwe Müller unterstützte sie, wo er nur konnte. Denn die Eheleute sind bei der Gemeindearbeit sehr engagiert. Vater Alireza übernimmt ehrenamtlich die Vertretung der Küsterin. Da die WP im Dezember von Familie Auraei berichtete, kam der „Fall” ins Fernsehen. Auch Warsteins Bürgermeister Manfred Gödde setzte sich für die Familie ein.
Da sie der anstehenden Abschiebung entgegen sahen, schrieben die verzweifelten Eheleute vor Weihnachten auch an Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. Der versprach, sich der Problematik in Düsseldorf anzunehmen. Ebenso wandte sich die Familie an das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Benedikt XVI., denn „als Christ sollte man keinen Unterschied zwischen evangelischen und katholischen Christen machen”. Vor kurzem erhielt Pastor Uwe Müller ein Schreiben vom Vatikan. Der Papst betet für die Familie und wünscht sich für sie ein Ende der Probleme.
Vor Ostern stellte sich gleich doppeltes Glück ein. Fatameh (Martha) brachte ein kleines Mädchen zur Welt: Nicki war bei der Geburt am 8. April um 8.24 Uhr 2890 Gramm schwer und 50 Zentimeter groß. Einen Tag später kam der Bescheid, dass Familie Auraei das Bleiberecht in Deutschland erhält. So bekam das Osterfest für die Familie Auraei eine ganz neue Bedeutung. Da nun auch die Arbeitspapiere vorhanden sind, darf sich Alireza Auraei endlich auch einen Job suchen.
07:08
Ich wundere mich immer, daß hier Menschen, die sich integrieren wollen und eine klare Linie anstreben, immer eher abgeschoben werden, als alle ungebildeten und unwilligen Ausländer, die nur die Sozialerrungenschaften ausnutzen.
18:08
Der Öffentlichkeitspfarrer des Kirchenkreises setzt hinzu: Die Ev. Kirchengemeinde Warstein und ihr Pfarrer Uwe Müller (im Artikel genannt) gehören zum Kirchenkreis Arnsberg.
Vgl. zu den Abschiebungsaktivitäten dieses Kirchenkreises auch http://www.kirchenkreis-arnsberg.de/abschiebung/ und http://www.kirchenkreis-arnsberg.de/und/HSKMai2006.htm
18:02
Von dieser Zeitung hat das schon die christliche Nachrichtenagentur idea übernommen:
http://www.idea.de/index.php?id=355&tx_ttnews[tt_news]=74354&tx_ttnews[backPid]=368&cHash=a4e7fc2439