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Indonesische Studentin schaut in deutsche Töpfe

26.07.2007 | 03:22 Uhr

Belecke. "Terima Kasih Banyak - Sampai Jumpa" steht auf dem gebackenen Herz. Das heißt: Vielen Dank und Auf Wiedersehen. Nach drei Monaten heißt es für Melinda Fitriana aus Indonesien, Abschied von Deutschland zu nehmen.

Die 20-Jährige studiert seit sechs Semestern an der Universität von Jakarta das Fach Lebensmitteltechnologie; durch ein Austauschangebot der Swiss German University Westphalia (SGUW) konnte sie ihren Studiengang um ein Auslandssemester ergänzen. Den praktischen Part des Studiums absolvierte sie beim Party-Service Rottke in Belecke. Die Belegschaft hatte ihr das zuckersüße Geschenk mit auf den Heimweg gegeben.

Im Februar waren sich Sascha Rottke und die Studentin das erste Mal begegnet. "Durch eine Veranstaltung der Bürgerstiftung Hellweg haben wir uns kennen gelernt, unser Team hatte das Catering zum Thema Indonesien gestaltet", berichtet der Inhaber des Belecker Unternehmens. Die Erlöse aus den Eintrittsgeldern des Benefizabends flossen in den Sozialfonds für bedürftige Studenten der SGUW-Stiftung, der akademische Lehre und Forschung fördert. Neben 34 anderen war auch Melissa Fitriana eingeladen. Die Asiatin interessierte sich sofort sehr für den Partyservice und Sascha Rottke holte sie in seinen Betrieb.

Möhre wird zu einer Rose In Belecke durchlief sie in den vergangenen Wochen alle Stationen, vom Service bis zur Verwaltung. "Am besten gefiel mir die Arbeit in der Küche", erzählt die junge Indonesierin, die im nächsten Jahr ihr Studium mit dem Abschluss "Bachelor" abschließen wird. Besonders beeindruckend sei die deutsche Disziplin und Pünktlichkeit. Dass Busse pünktlich auf die Minute an Haltestellen vorfahren und ebenso "in time" ihr Ziel erreichen, darüber ist Melinda sichtlich verwundert.

"Gerade in unserem Job ist Pünktlichkeit extrem wichtig", erklärt Rottke, warum auch für ihn Zeitplanung äußerst bedeutend sei. "Bei der Zubereitung von Speisen, kommt es einfach oft auf die Minute an." Viele Eindrücke und Erfahrungen habe sie hier bekommen, betont die Studentin. Einiges lässt Melissa aber auch in Belecke: "Es ist schon beeindruckend, was sie mit einfachsten Mitteln für Dekorationen zaubert", freut sich Rottke über die neuen Impulse. "Da wird in Null-Komma-Nichts aus einer Möhre eine Rose."

Am 10. August wird Melissa Deutschland verlassen, vorher steht noch ein bisschen Sightseeing auf dem Programm. Neuschwanstein und andere touristischen Highlights dürfen da nicht fehlen.

Am liebsten Döner-Teller Schmecken würde ihr das deutsche Essen schon, erzählt sie, das indonesische sei ihr aber wegen der schärferen Gewürze lieber. Gibt es ein Gericht, das sie in ihrem privaten Kochbuch mitnehmen wird, was hat ihr hier am besten geschmeckt? Nach einem typisch asiatischen, vorsichtig-höflichen "Vieles" antwortet sie, entschied sich aber diplomatisch für die geografisch-kulinarische Mitte, das türkische Nationalgericht: "Am allerliebsten hab ich hier den ,Döner-Teller' gegessen."

Von Gaby Schmitz

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