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Immer häufiger stempelt die Psyche einfach ab

21.07.2011 | 16:43 Uhr
Immer häufiger stempelt die Psyche einfach ab
Psychische Erkrankungen im Kreis Soest nehmen dfeutlich zu. Das ist das Ergebnis einer Studie der DAK, die Wolfgang Rellecke (rechts) und Ulrich Koerdt (2. von rechts) jetzt Sabine Möller-Emminghaus und Dr. Ewald Rahn.

Warstein/Kreis Soest. Die Entwicklung ist bedenklich. Mehr als bedenklich. „Es gibt immer mehr junge Menschen, die Probleme haben, im Arbeitsleben Fuß zu fassen“, nannte gestern Ulrich Koerdt das Ergebnis einer Studie, die die Krankenkasse DAK für den Bereich Kreis Soest und Hochstift Paderborn in Auftrag gegeben hat.

Vor allem in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen verzeichnen auch die Experten der LWL-Klinik in Warstein eine Zunahme der Fallzahlen. Dr. Ewald Rahn, stellvertretender Leiter der Klinik: „Grundsätzlich gibt es keinen Grund zu Pessimismus, denn viele junge Menschen kommen ganz hervorragend mit dem Leben und der Zukunftsplanung zurecht.“ Richtig aber sei, dass die Gruppe der Menschen wachse, die von Anfang nicht richtig in die Gesellschaft und das Arbeitsleben integriert sei: “Es sind oft junge Leute, die nicht wissen, was sie wollen im Leben. Dieses Phänomen nimmt rasant zu.“

Die Folge sind häufig psychische Erkrankungen, die auch schwerwiegende Verläufe wie Depressionen, Burnout, Psychosen oder Boderline nach sich ziehen können. Dr. Rahn: “Noch wissen wir nicht, woran das liegt. Fest steht aber, dass das so nicht bleiben kann.“ Vor allem in der Arbeitswelt müsse sich etwas ändern: „Vielen wird von Anfang der Mut genommen. Ihnen fehlt es an Wertschätzung und am Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Sie kennen ihre eigenen Talente nicht.“

Ein weiteres Ergebnis des Gesundheitsreports: Es sind nicht nur junge Menschen, die psychisch erkranken und häufig nicht mehr arbeiten können, sondern zunehmend auch ältere. Dr. Rahn: „Es gibt in der Tat zwei Problemgruppen - die Jüngeren und die Älteren.“

Wie aktuell die Problematik ist, zeigt ein Blick auf die DAK-Statistik: „Im Vergleich zum Vorjahr gab es bei den psychisch bedingten Ausfalltagen einen Anstieg um fast 22 Prozent. Nach Erkrankungen im Bereich des „Muskel-Skelett-systems“ (23,2 Prozent), Verletzungen (15,4 Prozent) und Atmungssystem (14,6 Prozent) sind die psychische Erkrankungen damit bereits die vierhäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit.

„Die Höhe des Krankenstandes im Kreis Soest ist ein Signal“, kommentierte DAK-Chef Koerdt die Ergebnisse.

Hans-Albert Limbrock


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