IHK-Gründerpreis an Eva Risse vergeben
20.06.2007 | 08:39 Uhr 2007-06-20T08:39:32+0200Warstein. Auf den Dächern Warsteins fühlt sie sich wohl. Eva Risse hat sich in einem typischen Männerberuf durchgesetzt. In ihrem eigenen Dachdecker-Betrieb hat sie das Kommando über zehn Angestellte. Sie hat dem elterlichen Betrieb wieder Leben eingehauc
Seit vielen Jahren zeichnen die HWK und die Industrie- und Handelskammer Dortmund (IHK) mit diesem Preis erfolgreiche Firmengründungen oder -übernahmen aus. Die Warsteinerin Eva Risse war besonders erfolgreich.
Nach dem Abitur hatte sie zunächst medizinisch-technische Assistentin gelernt und sechseinhalb Jahre im Labor gearbeitet. Als der elterliche Dachdecker-Betrieb dann aber Insolvenz anmelden musste, wollte die Tochter helfen.
1999 ging sie bei ihrem Vater in die Dachdecker-Lehre, bildete sich an der Abendschule zur Betriebwirtin des Handwerks fort und stieg in die Führung des Unternehmens ein. 2003 erhielt sie ihren Meisterbrief und leitet den Betrieb seitdem in Eigenregie. "Die ersten Jahre, als die Konjunktur eingebrochen war, waren sehr schwer", erinnert sich die 36-Jährige. "Dafür geht es seit zwei, drei Jahren stetig bergauf. Derzeit sind die Auftragsbücher selbst Monate im Voraus voll - das kannte ich noch gar nicht."
Erfolg hatte ihr Rezept, den Firmenstamm von über 20 auf sieben Mitarbeiter zu verkleinern. Mittlerweile sind es wieder zehn, darunter zwei Lehrlinge. Zwei weitere Auszubildende kommen im Sommer dazu, und Risses Ziel ist es, sie hinterher zu übernehmen. "Es sollen aber nicht viel mehr als zehn Mitarbeiter werden, weil es sonst schwierig wird, die Leitung alleine zu bewältigen."
Eine Frau an der Spitze eines Dachdecker-Betriebs - "da waren einige Kunden und Architekten zunächst skeptisch", erzählt Risse. Mittlerweile sei das aber kein Problem mehr, da sich die selbstbewusste Frau gerade in Warstein einen Namen gemacht hat. Die Gesellen hatten die Chefin sofort akzeptiert. "Die meisten arbeiten ja schon ewig bei uns und kennen mich deshalb schon lange."
Großen Wert legt Risse auf die Qualifikation ihrer Mitarbeiter - und besonders auf Pünktlichkeit und Freundlichkeit. "Das wissen unsere Kunden auch zu schätzen." Die Chefin selber kann nur noch selten auf Warsteins Dächern mit anpacken.
Die Schreibtisch-Arbeit nimmt zu viel Zeit in Anspruch, so dass sie auf den Baustellen meist nur noch kurz nach dem Rechten sehen kann. "Schade, draußen ist es doch eigentlich viel schöner als im Büro."
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