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Heimische Sägewerke bangen um Existenz

19.02.2010 | 17:40 Uhr

Warstein. Existenzprobleme stehen besonders den heimischen mittelständischen Sägewerksbetrieben ins Haus. Dies wurde bei einem von den Sägewerksbesitzern initiierten und von der Warsteiner SPD-Fraktion organisierten Treffen deutlich. Entlassungen scheinen demnach unvermeidbar.

An dem Treffen nahmen Sägewerksbesitzer aus den Kreisen Soest, Hochsauerland, Olpe und Paderborn, Verbandsvertreter, die Landtagsabgeordneten Marlies Stotz und Annette Watermann-Kraß sowie Klaus-Peter Weber und Gerd Flaig seitens des Warsteiner SPD-Ratsfraktion teil. „Der Mangel an Rundholz aus den Wäldern NRWs wird in absehbarer Zeit bei den heimischen mittelständischen Sägewerksbetrieben zur Abschaltung von Maschinen und zur unvermeidlichen Entlassung von Mitarbeitern führen”, lautet laut Weber und Flaig die alarmierende Nachricht.

Nicht alle Betriebe würden diese „politisch gewollt herbeigeführte Krise” überleben. Dies werde dann auch die Kommune Warstein zu spüren bekommen, weil Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze und Gewerbesteuern betroffen sind. Inklusive der Zulieferer werden in Warstein und der unmittelbaren Umgebung 100 Arbeitsplätze in Gefahr gesehen. Im Stadtgebiet selbst gibt es die Sägewerke Hüster und Leiße in Hirschberg sowie in Rüthen Fisch, den größten heimischen Betrieb.

In Folge der vom Orkan Kyrill verursachten Schäden in den Wäldern hatte die CDU/FDP-Landesregierung 2007 über den Landesforst feste Lieferverträge für Rundholz bis zum Jahr 2014 abgeschlossen, was auf deutliche Kritik der heimischen Sägewerksbetriebe gestoßen war. Die Konsequenz, die in dem Gespräch deutlich wurde: Damit wird die gesamte Holzmenge des landeseigenen Forstes und große Mengen der Privatwaldbesitzer, die vorwiegend vom Landesforst mit vermarktet werden, ausschließlich an so genannte „A-Kunden” verkauft, die ihren Sitz überwiegend außerhalb Nordrhein-Westfalens haben. Die Firma Egger in Brilon ist die einzige Ausnahme in der Region.

Die Folge: Der größte Teil des NRW-Holzes werde in den nächsten fünf Jahren außerhalb des Landes verkauft und nur Restmengen würden bei den rund 200 Sägewerksbetrieben im Land verbleiben. Das decke jedoch nur zur Hälfte die Kapazität ab und es komme zu Existenzproblemen, sobald die Nassholzlager aufgebraucht sind.

„Fadenscheinig” seien die Argumente des Umweltministeriums, nach denen nur Abnehmer, die bereit waren, das Kyrill-Holz zu akzeptablen Preisen abzunehmen, mit Verträgen bedacht werden konnten. Verschwiegen werde dabei, dass nur solche Sägewerke überhaupt bieten konnten, die eine Jahresmenge von über 100 000 Festmetern abnehmen konnten. Damit sei der weitaus größte Teil der sauerländischen Mittelstandsbetriebe aus dem Rennen gewesen. Diese Kanalisierung sei vom Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft so gewollt, so die Aussage der Sägewerkbesitzer.

„Die Stimmung der Sägewerker kocht über”, bilanzieren Weber und Flaig. Nach Überzeugung der Firmen sei diese Krise von der Landesregierung herbeigeführt worden, um „Strukturveränderungen” durchzuziehen.

Armin Obalski

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